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Iff Bennett

Lieber Iff, wenn wir mal die Zeit zurückdrehen, in die Mitte der 80er Jahre, dann erleben wir einen jungen aufstrebenden Privatsender namens "RTL Plus", der zunächst aus Luxemburg heraus versucht die Zuschauer mit neuem, innovativem Programm an sich zu binden. Und Sie waren von Anfang an dabei. Wie war die Arbeit beim damals noch sehr kleinen Privatfernsehen?

Schön war diese Pionierzeit allemal. Die meisten von uns hatten nur Radio-Erfahrung. Wir mussten damals das TV-Handwerk von Grund auf lernen – und das schnellstmöglich. Außerdem hatten wir so gut wie überhaupt kein finanzielles Polster. Und von den heißen Wiener-Schmäh-Sprüchen unseres Programmdirektors alleine konnten wir leider auch keine vernünftigen Serien oder Filme einkaufen. Das führte sogar dazu, dass ich als Mitverantwortlicher vom Direktor des französischen RTL-TV-Programms sogenanntes Füllermaterial (meistens waren das Ausschnitte des Koreanischen Staatszirkus) abbetteln musste. Aber weil ich die französische Sprache beherrsche und französisches Blut in meinen Adern fließt, hat er mir wohl aus Mitleid Material überlassen – gewissermaßen auf Kredit. Das heißt: wir durften direkt ausstrahlen, mussten aber erst später bezahlen. Der Sender konnte froh sein, dass er in Thomas Wilsch, dem damaligen Programmleiter, und anderen Kollegen eine verlässliche Gruppe an Verrückten hatte, die das alles mitgemacht haben. Mit Wichtigtuern und administrativ verseuchten Sesselfurzern wäre das alles nicht möglich gewesen.

Als RTLplus dann in die Aachener Straße nach Köln-Junkersdorf zog, waren Sie als Programmansager zumeist am Wochenende auch noch auf dem Bildschirm präsent. "Hallo RTL" war damals Werbung für den "RTL Club" und programmverbindende Ansage in einem. Ein Konzept, was auch heute wieder funktionieren könnte?

Von Köln aus moderierte ich nach wie vor die „RTL Tiershow“, die Service-Sendung „Einfach Tierisch“ mit dem Tierarzt Rolf Spangenberg, präsentierte den „Hallo RTL-Club“, für den ich auch managementmäßig verantwortlich war und machte einige Programmansagen, in denen ich dann auf sanfte Weise für unseren Club werben konnte. Dieser Club war in erster Linie ein Zuschauer- und hörerbindendes Instrument. Um es zu finanzieren (jeden Monat ein vierfarbiges Heft herauszubringen geht kräftig ans Portemonnaie!) wurden den Mitglieder auch Produkte wie CD´s usw. zum Kauf angeboten. Mein Hauptaugenmerk lag aber darauf durch den Club allen Zuschauern etwas Besonderes zu bieten, etwas das kein anderer Sender zu bieten hatte. Und deshalb führte ich regelmäßige Clubreisen ein, an denen Moderatoren und Künstler aus der Welt des Schlagers teilnahmen. Vor Ort wie z. B. auf Mallorca, Kreta, usw. gab es dann richtige RTL-Feten mit Stars zum Anfassen. Diese 4-5 Reisen pro Jahr waren übrigens innerhalb von Stunden ausgebucht.
Um solche Aktionen durchzuführen, müssen sowohl Sender als auch Moderatoren einen besonderen Bezug zu den Zuschauern haben – und umgekehrt. Das ist heute nicht mehr der Fall. Heute sind Sender reine Abspielstationen mit quotenorientiertem Tunnelblick, und viele TV-Moderatoren von heute sind gar nicht in der Lage auf einer Bühne ein Publikum zu unterhalten, geschweige denn mehrere Stunden in einem Saal mit Normalos zu verbringen und sich deren Wünsche, Kommentare und oft genug auch private Probleme anzuhören. Ein Club benötigt aber immer eine natürlich gewachsene Beziehung, ein Club lebt von gemeinsamen Emotionen ihrer Mitglieder, und die kann man nicht künstlich erzeugen. Und der RTL-Club hatte deshalb mehrere hunderttausend Mitglieder, weil er die Ansprache, die die Menschen als TV- und Radiokonsumenten gewohnt waren, auch auf deren normales Leben übertragen hat. Heute gibt es diese „private, fast familiäre“ Ansprache nicht mehr. Deshalb glaube ich nicht, dass der Erfolg des Hallo RTL-Clubs heutzutage ohne weiteres wiederholbar ist. Andere Zeiten eben.

Haben Sie noch Kontakt zu den AnsagerInnen-Kollegen von damals? Also zB Michel Weber, Eva Müller oder auch Metty Krings?

So gut wie gar nicht, aber das ist auch normal, ich lebe in Spanien, die ehemalige Kollegen in Deutschland. Damit trennen sich logischer Weise die Wege. Und die Menschen, mit denen ich seit dieser Zeit im Fernsehbereich zusammenarbeite entspringen einer jüngeren Generation. Das ist auch gut so, das hält mich jung!

Ihre Ansagen waren immer LIVE - gab es da auch mal Pannen, an die Sie sich auch heute noch gerne zurückerinnern?

Natürlich gab es Pannen, aber das Auffangen dieser Pannen war oftmals auch gute Unterhaltung für die Zuschauer. Oft wussten wir nicht bis 10 Sekunden vorher, ob der Abendfilm überhaupt schon vorliegt, dann musste man solange moderieren oder ein Spielchen machen, bis das Zeichen kam, dass man nun gezielt etwas zu Film sagen konnte. Eine Panne allerdings sorgte in der Luxemburger Öffentlichkeit für Aufsehen. Ich glaube es war ein politisch ausgerichteter Film über Argentinien und Evita Perón, die Frau an der Seite des Präsidenten Juan Perón, der wieder einmal in letzter Minute über den Luxemburger Zoll in unserem Studio ankam. Niemand hatte mehr Zeit diesen Film vorher zu visionieren und zu kontrollieren, ob da nicht doch die eine oder andere heftige sexuelle Szene drin versteckt ist, zumal es über das Sexleben der First Lady wilde Spekulationen gab. Und so kam es wie es kommen musste: der Film bot hier und da wie aus heiterem Himmel Hardcore Glamour mit allem was zu einem befriedigenden Hormon-Tänzchen gehört. Meine Kollegen in der Regie wurden trotz dieser heißen Szenen blass und blasser und hatten dann die glorreiche Idee, während der Werbepausen den Film im Schnellvorlauf auf penis-oder vaginal-verdächtige Szenen abzuchecken. Manchmal klappte es, manchmal nicht. Manchmal hielt man den Film einfach an,- ein sogenannter Film-Interruptus, summa summarum: am nächsten Tag gab es Ärger von der Presse, vom Sender von der Luxemburger Kirche,  – Amen!

Die Ansagen bei RTLplus haben sich bis zu Beginn der 90er Jahre im Programm behaupten können - Sie sebst haben in dieser Funktion aber bereits eher aufgehört. Warum?


Soweit ich mich daran erinnern kann lag das in erster Linie daran, dass in Köln neue Verantwortliche zu Werke gingen, die das Programm umstellten. Dadurch hatte man als Tagesmoderator eigentlich nur noch 4-5 Mal an einem Programm-Tag jeweils 15-20 Sekunden Zeit um etwas zu sagen. Viel Originelles war da nicht mehr möglich, und war auch von der Programmleitung nicht erwünscht. Mit anderen Worten: Man saß von mittags 14.00 Uhr bis gegen 23 Uhr dumm rum und durfte insgesamt vielleicht 2 Minuten etwas sagen – aber bitte etwas Seriöses, etwas Gehaltvolles. Mein Bier war das nicht, zumal ich bereits in dieser Zeit zahlreiche Bühnenauftritte hatte, die erheblich mehr Spaß machten. Das war auch die Zeit, in der man sich im Sender bereits innerlich von Ansagen verabschiedet hatte. Und so kam es ja dann auch.

Gab es damals bereits Vermutungen, das die Programmansage im deutschen Fernsehen langsam aber sicher zukunftslos wird?

Genauso war es. Jeder Verantwortliche schielte nach Amerika, und was dort gut läuft muss auch hier gut laufen – das war und ist heute noch teilweise die Meinung vieler TV-Macher. Es wird wohl richtig gewesen sein, Programmansagen zu streichen, denn die Zeit ist allgemein schneller geworden, und das TV-Angebot immer größer. Außerdem hat die Fernbedienung das Programm-Wechseln erst richtig auf Vordermann gebracht. Inhaltloses Gelaber tut sich niemand mehr an, dann wird umgeschaltet, und schon leidet die Quote. Jeder Sender versucht seine Zuschauer zu binden und Untersuchungen bestätigen anscheinend, dass Programmansagen diese Bindung unterbrechen.

Wenn Sie das Fernsehen heute, im Jahr 2010, mit den Anfängen des Privatfernsehens vergleichen - was war besser? Und warum?

Besser und schlechter kann man so nicht sagen. Es ist einfach anders. Die Machart der Programme war früher menschlicher, näher am Zuschauer Aber die Coca Cola von heute schmeckt auch anders als die von vor 20 Jahren – und wird trotzdem gekauft. Ich persönlich finde es allerdings schade, dass sich inzwischen die meisten Sender wie ein Ei dem anderen gleichen. Früher brauchte man kein Senderkennzeichen um direkt zu wissen: das ist RTL! Heute ist das nicht mehr so einfach. Ich glaube, dass vielen Sendern der Mut zum anders sein fehlt. Oft weil sie ihre Zuschauer für nicht intelligent genug halten. Es entsteht der Eindruck man speist sie ab mit Unterhaltungsfutter, und wenn die Quote stimmt, dann hat man richtig gehandelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass gute Unterhaltung nicht immer banal sein muss, und dass auf lange Sicht auch der einfache Zuschauer es honorieren würde, bekäme er ein wenig mehr unterhaltsames Niveau geboten. Aber für diesen Versuch fehlt den Sendern der Mut, das Geld und die Geduld.

Was haben Sie nach der Moderation für RTL plus gemacht? Ich erinnere mich, Sie in Verbindung mit Zauberer Franklin gesehen zu haben?....


Eine ganze Menge habe ich damals gemacht, und mache ich jetzt noch – und zwar als Selbstständiger. Zunächst habe ich als Produzent Tv-Sendungen hergestellt - z. B. die Löwenverleihungen von RTL -  und als Autor und vor allem als Coach sowohl für Nachwuchsmoderatoren als auch für etablierte Moderatoren gearbeitet. Daneben Radiosendungen in Luxemburg, und später kam ich dann in John de Mol´s Creative Unit, in der wir neue Fernsehformate entwickelten. Als Gagschreiber war ich jahrelang für Comedians tätig – auch für die Sendung „7 Tage 7 Köpfe“ - und  nebenbei hatte ich noch eine stattliche Anzahl an Bühnen – und Comedyauftritten zu absolvieren. Also Arbeit gab´s genug.
Zum Zauberer Franklin, den ich damals aus einem RTL-Casting aussuchte und der danach die „100 000 Mark-Show“ und viele andere Sendungen moderierte, habe ich heute nicht nur ein freundliches sondern auch ein berufliches Verhältnis. Wir beide produzieren seit Jahren mit seiner Firma „Blueprint-Productions“ mit Sitz in Köln TV-Programme für RTL, Vox, RTL2 ARD, usw. Aus Franklin wurde ein sehr fleißiger Frank Schmidt, der seinen Weg in dieser Branche weiterhin macht. Zur Zeit nicht als Moderator, aber als Produzent und Ideen-Entwickler.

Sie leben inzwischen nicht mehr in Deutschland, aber angenommen eines schönen Tages würde das Telefon bei Ihnen klingeln - und der Programmdirektor eines deutschen Privatsenders würde Ihnen die Moderation einer reizvollen Sendung anbieten - wären Sie nochmal bereit vor die Kamera zu treten?

Natürlich, wenn es etwas wäre das sich mit meinen Talenten und Ansprüchen verbinden ließe, warum nicht. Eine kabarettistisch angelegte Late Night-Show, die nicht mit unterirdischen Schwachsinns-Jokes aufwartet, wäre eine tolle Sache. So etwas mache ich immer wieder auf Bühnen, aber im Fernsehen wird wohl niemand einen älteren Moderator mit eigenen Vorstellungen und Ideen haben wollen. In dieser Branche herrscht immer noch der Jugendwahn. Aber abgesehen davon würde ich sehr gerne wieder witziges Radio machen, Radio ist immer noch meine große Leidenschaft.

Abschließend eine Frage, die viele Besucherinnen dieser Fanpage immer wieder interessiert: Hat die Programmansage Ihrer Meinung nach noch eine Comebackchance? Immerhin sagte TV-Legende Frank Elstner noch vor kurzem in einem Zeitungsinterview, das er sich durchaus wieder nette Ansagerinnen im Abendprogramm wünschen würde.....

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Frank Elstner, der smarte Mr. RTL von damals, nette Ansagerinnen im Abendprogramm wünschen würde, aber ich glaube nicht, dass das wieder kommt. Vielleicht irgendwo in einem Spartenprogramm, aber im Allgemeinen nicht. Es sei denn: irgendein junger Programm-Macher entdeckt in einem versteckten Winkel in den USA einen maroden Privatsender, in dem 3 hübsche Blondinen mit Sprachfehler und Körbchengröße 4D Sendungen ansagen. Dann kann es natürlich sein, dass dieser „Programm-Pionier“ in Deutschland kundtut in den USA seien Ansagerinnen wieder der absolute Hit. Und welcher TV-Programmdirektor würde dieser zukunftsweisenden und erfolgsversprechenden News nicht sofort ungeprüft Folge leisten? Motto: immer einen Schritt voraus sein – auch wenn es dabei rückwärts geht. Das ist aber nichts Neues, denn Fehlentscheidungen haben eines gemeinsam mit Sendungen: ständig gibt es Wiederholungen!

Lieber Iff, vielen Dank für dieses Interview!
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Marcel Schenk



Sylvia Brecko

Liebe Sylvia, drehen wir die Zeit ein wenig zurück, genauer gesagt ins Jahr 1990. Damals standen die Fernsehansager bei den aufstrebenden Sendern RTLplus und SAT1 bereits zur Disposition. Sie haben damals als Programm-Moderatorin bei West 3 angefangen. Wie wird man Fernsehansagerin?

Beim WDR war seinerzeit eine Sprechausbildung Voraussetzung, wie mir der Sender damals schrieb. Na, und die habe ich dann gemacht und mich wieder beworben, wurde – wie man heutzutage so schön sagt – „ gecastet“ und engagiert. Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Satz, der über den Äther ging. Er  lautete: „Was hören wir, wenn wir Musik hören?“

Neben West 3 waren Sie auch in der ARD zu sehen. Gab es Unterschiede in Ihrer Arbeit als Ansagerin, wenn Sie für ARD oder West 3 ansagten? Beides wurde ja in den WDR Studios produziert....

Ansagen bei der ARD habe ich fast ausschließlich bei Sondersendungen und Programmänderungen gemacht, da gab es eigentlich keinen Unterschied in der Präsentation. Im ARD-Vorabendprogramm dagegen waren es ja eher Moderationen und Talk am Telefon, wenn die Kandidaten meines Gewinnspiels „Hast Du Töne?“ anriefen.

Bei West 3 waren zu Beginn der 90er noch viele der Ansagerinnen im Einsatz, die bereits seit teilweise Jahrzehnten durchs Programm führten, zB Sonja Kurowski oder auch Waltraud Höller. Wie wurden Sie als "neues, junges Gesicht" im Kreis der Kolleginnen aufgenommen? Von Birgit Schrowange konnte man in der Biografie erfahren, das die ZDF-Kolleginnen mitunter sehr abweisend zu neuen Kolleginnen auf dem Lerchenberg waren.....

Ich habe so etwas niemals gespürt – jedenfalls nicht bei den alteingesessenen Kollegen und Kolleginnen.

Als dann die Ansagen bei RTLplus, SAT1 und anderen Sendern abgeschafft wurden - haben Sie bei West 3 bemerkt das auch hier das "Eis dünner wird"? Oder fühlten Sie sich "sicher" beim WDR ?

Ich habe das alles  insofern besonders aktiv mitverfolgt, als ich die Entwicklung der Fernsehansage in meiner Magisterarbeit in Theater-, Film-  und Fernsehwissenschaften thematisiert habe.  Ich hätte mir gewünscht, dass die Öffentlich-Rechtlichen in ihrem eigenen Sinne stärker an ihrer Tradition festhalten und weiterhin eine  Senderkennung durch ausgesuchte Köpfe statt durch Trailer verwenden würden.
Vielleicht noch zum Punkt „Sicherheit“: für mich war es nie wichtig, mich im Beruf „sicher“ zu fühlen. Ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass ich in meinem bisherigen Berufsleben immer Dinge gemacht habe, die mir Spaß machten und wo ich 150% geben konnte. You win some – you loose some! Will heißen: für alles, was zu Ende geht, kommen dreimal so viele neue, schöne Herausforderungen! Und ob ich wohl das Kabarett für mich entdeckt hätte, wenn ich weiter als Fernsehansagerin beschäftigt worden wäre…? ;-)


Haben Sie noch heute Kontakt zu den damaligen Ansage-Kollegen? Und wenn "ja" - zu wem?

Ja, vereinzelt. Max Schautzer z.B., der  ja auch einmal als Fernsehansager angefangen hat, war in den Premieren meiner beiden Kabarettprogramme, was mich sehr gefreut hat. Heidrun von Gössel und Dénes Törzs werden hoffentlich bei meiner Hamburg-Premiere Ende September meine Gäste sein. Ansonsten treffe ich „meinen alten Chef“ Jean Pütz des Öfteren auf Events und halte zu Susanne Holst Kontakt, die ich einmal bei einem gemeinsamen Moderationsjob kennen und sehr schätzen gelernt habe.

Sender wie Kinowelt.TV, Sky und TIMM haben wieder Fernsehansager bzw moderierte Programmvorschauen. Frank Elstner sagte kürzlich in einem Zeitungsinterview, er würde sich über moderne TV Ansagen auch heute als Zuschauer wieder freuen. Können Sie sich ein Comeback der TV-Ansage in Deutschland vorstellen?

Absolut! Die Welt von heute sehnt sich nach Traditionen mit Nostalgiefaktor.

Was haben Sie nach dem Ansage-Aus beim WDR gemacht?

Ich habe in den Redaktionen der Lokalzeit Studio Köln und der ‚Hobbythek’  als Autorin gearbeitet, und gemeinsam mit Jean Pütz moderiert. Da ich aber im Grunde meines Herzens ein „Bühnenmensch“ bin, habe ich dann  wieder verstärkt in meinem Schauspielberuf gearbeitet, in Musical- Theater- und Fernsehproduktionen mitgewirkt, und parallel eigene Soloformate entwickelt. Unterdessen toure ich mit meinem zweiten Kabarettprogramm „Liebling, wir müssen reden!“ quer durch die Republik und bis nach Australien.

Zu Ihrem (ergänze: ersten)  Kabarett- Programm: Darf man denn einer Frau sagen "Du bist zu dick"? Weil eben diese Frage stellen Sie ja ;)

Natürlich darf „Mann“ das nicht sagen! Der Kölner an sich hat eine wunderbare Art zu antworten, wenn eine Frau ihn diesbezüglich befragt: „Liebelein, isch verjöttere jedes Jramm an Dir!“

Mit wem würden Sie gerne gemeinsam auf der Bühne stehen?

Kommt drauf an, ob (Film-)Kuss oder Interview…

Zu Sylvia "privat": Wenn Sie zu Hause vor dem Fernseher sitzen und den WDR einschalten - vermissen Sie da die Ansagerinnen?

Jeppp! Es dürfen aber nicht zu viele pro Sender sein. Ich möchte anhand eines Gesichtes erkennen können, welches Programm ich eingeschaltet habe. So wie ich das zur Zeit weiß, wenn ich Anne Will sehe…bei Channelhopper  Günter Jauch funktioniert das leider nicht.

Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Und warum?

Die Inselfrage! Ich stelle sie auch in meinem neuen Programm…und deshalb sage ich hier nur soviel: mein Liebling würde MICH mitnehmen! …Und ein Pflaster…falls einer von uns beiden – also er – sich verletzt. …und ein Rückfahrticket…EINES!

Wenn Die Leser dieses Interviews jetzt Interesse bekommen haben, Sie einmal LIVE zu erleben. Wo hat man die Chancen im neuen Jahr 2010?

Alle Termine sind auf meiner Website www.sylvia-brecko.de zu finden. Im Herbst 2010  bin ich bis nach Berlin, Hannover, Hamburg und München, in 2011  auch im Saarland und in Hessen unterwegs. Und natürlich in meiner Heimatstadt Köln: am 28. Oktober 2010 im Senftöpfchen! Und ich freue mich, wenn ich nach dem Auftritt angesprochen werde von Ihren Lesern!

Vielen lieben Dank, Sylvia Brecko! Und weiterhin ALLES GUTE und VIEL ERFOLG mit dem neuen Bühnenprogramm



(C) www.thorstensleegers.de

Thorsten Sleegers

Lieber Thorsten, viele Zuschauer kennen Dich als den "Wetter-Reporter" von RTL Punkt 12 - aber eigentlich machst Du das ja schon einige Zeit gar nicht mehr. Was ist deine derzeitige Aufgabe beim Mittagsjournal?

Ich habe gut 6 jahre den Wettermann gegeben :-) das war eine tolle und spannende Zeit, in der ich um die ganze Welt gedüst bin, viele Specials moderiert habe und unglaublich tolle Leute kennengelernt habe. Nun habe ich einen Gang zurückgeschaltet und konzentriere mich auf die produktion langer Reportagen im Team der punkt 12 reporter. Das sind dann zwischen 8 und 10 minuten Berichte, in denen ich aber nach wie vor vor der Kamera stehe.


Du hast den klassischen Weg vom Radio zum Fernsehen beschritten. Würdest Du allen Nachwuchstalenten, die gern vor die Kamera möchten, dazu raten erstmal Hörfunk zu machen?

Auf jeden Fall, denn erstens ist Radio schwerer (man hat nur seine Stimme und seine "Art", Menschen am Radio zu fesseln. Beim Tv gibt es Make up, Licht etc. ..... beim Radio kann man herrlich spontan sein und muss es auch. Vor allem ist es eine gute Gelegenheit, sprachlich fit zu werden. Fast alle Radiostationen, die in Deutschland von bedeutung sind, bieten Sprechtraining an. Ein absolutes "muss" finde ich.

Als Fernsehzuschauer erinnerst Du dich doch sicherlich an die damaligen Fernsehansagerinnen und Ansager - an wen speziell erinnerst Du dich gern zurück?

Wer mir von früher immer noch total präsent ist, das ist Birgit Schrowange. Die habe ich als Kind schon beim ZDF gesehen, heute ist sie meine Kollegin bei RTL und sieht jünger und besser aus denn je. Bewundernswert.

Tele5 hat die Ansagen vor Spielfilmen wieder eingeführt, Das Vierte sendet freitags mit Caroline Beil Anmoderationen vor den "Hollywood Superstars"-Filmen. Steht der TV Ansage ein Comeback bevor?

keine ahnung, aber ich finde das nicht schlecht. das fernsehen ist wahnsinnig schnellebig geworden. oftz auf kosten der persönlichen note. immer wieder muss man sich was neues einfallen lassen. ich persönlich mag es, wenn es "menschelt", wenn der zuschauer bestimmte köpfe mit einem sender verbindet. die kleineren sender haben es nicht einfach, darum finde ich es gut, dass sie sich ein wenig absetzen und teilweise "back to the roots" gehen. muss man mal abwarten, wie das so ankommt ...

Kommen wir nochmal zurück zu Deinen legendären Wetter-Reportagen:
Du hast, ganz anders als viele Deiner Wetterfrosch-Kollegen, ein völlig anderes Konzept präsentiert - weg von der Vorhersagekarte im Studio, hinaus in die Republik zu immer neuen Orten die irgendwie mit dem Wetter in Zusammenhang zu bringen waren. Gab es da eine Wetter-Reportage, die Dir ganz besonders ans Herz gewachsen ist?

es gab viele tolle reportagen, die mir in erinnerung geblieben sind. aber die absoluten highlights waren ein special aus dubai (1 woche wetter aus den emiraten) und schwedisch lappland (1 woche bei -25 grad bei den lappen)

Und noch weiter gefragt: Gab es legendäre Versprecher oder Pannen, die Du den LeserInnen von Fernsehansager.com gern mitteilen möchtest?

Ja klar. Ich habe mal aus dem Duisburger Zoo berichtet. Da gab es ein Kamel-baby namens Emir. Der war die ganze Zeit sehr schüchtern, nur als das Rotlicht bei der Kamera anging, ist der wie von der Tarantel gestochen losgelaufen und auf meinen schoß gesprungen. Ich mußte so lachen, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte. Mein Team ebenfalls und unsere Moderatorin Katja Burkard fand´s auch ziemlich lustig. Diese Szene gibt es denn auch jedes Jahr in der RTL Sendung "voll daneben" mit Hans Meiser und Birgit Schrowange, wo die Fernsehpannen des Jahres gezeigt werde. Emir und ich haben es immerhin schon bis auf Platz 3 geschafft.


Welches TV Format würdest Du gerne moderieren?

Eine Sendung, bei der ich nicht nur im Studio stehe, sondern rauskomme zu den Menschen. Das ist meine Stärke und das mag ich. Ich habe viele tolle ideen, aber eine Chance auf eine eigene Sendung zu bekommen ist wie ein 6er im Lotto :-)


Hast Du Vorbilder unter den TV Größen, zB Jauch oder Gottschalk?

Nein, weil ich finde, jeder ist seine eigene Persönlichkeit. Abkupfern ist nicht gut, das merken die Zuschauer. Ich bin vor der Kamera genauso wie im "normalen" Leben. Ich sehe nicht besonders anders aus, wenn ich geschminkt bin und verhalte mich auch sonst so, wie ich bin. Das ist mein persönliches Rezept, mit dem ich nun schon seit Jahren prima fahre. Na gut, mit der eigenen Sendung hat´s noch nicht geklappt, aber ich bin ja noch jung, lach

Holländer im deutschen Fernsehen, das bedeutet nicht nur Mini-Playback-Show und Traumhochzeit, sondern auch..........

Völkerverständigung. Die Holländer sind ein sehr tolerantes und geselliges Volk. Ok manchmal etwas laut, aber immer sehr herzlich. Abgesehen von den nervigen Wohnwagen auf deutschen Autobahnen kenne ich keinen Holländer, mit dem man keinen Spaß hat :-)

Wenn Du einen Tag Programmdirektor wärst, was würdest du verändern?

Das kommt auf den Sender an. Das kann ich pauschal nicht beantworten. Bei meinem Sender fühle ich mich pudelwohl und stehe voll und ganz hinter dem Programm, sonst wäre ich nicht mehr da.
Generell würde ich als Programmdirektor aber auch mal den Leuten eine Chance geben, die nicht seit Jahren einen "großen" Namen in der Moderation haben, die aber trotzdem tolle Talente sind.

Bitte ergänze: Fernsehen bedeutet für mich..............

..........dass ich mein geliebtes Hobby zum Beruf machen durfte. Und dafür danke ich Gott jeden Tag.

Hier schalte ich ab:..............

...............wenn ich nach Hause komme und mein kleiner Sohn rennt mir in die Arme. Wenn der sagt "papa, ich hab dich soooo lieb", kann der Tag davor noch so besch.... gewesen sein, alles ist wieder gut

Und hier schalte ich gerne ein:.......

......."wetten dass" ... für mich nach wie vor die genialste Show im deutschen Fernsehen mit einem unersetzbaren Thomas Gottschalk.

Zum Schluß noch eine sportliche Frage: Du trainierst derzeit für den new york oder berlin marathon....

Allerdings nicht so konsequent, wie mein trainer das gern hätte. keine ahnung ob ich das schaffe, 2009 wird spannend

Vielen Dank für das Interview und weiterhin Alles Gute und Viel Erfolg bei RTL!



(C) RTL WEST

Sonja Schwetje

Liebe Sonja, Sie sind (abwechselnd mit Claudia Hessel) das Gesicht von RTL-West. Wie kann man "RTL West" in wenigen Worten beschreiben - für Zuschauer aus anderen Regionen Deutschlands?

RTL WEST ist ein tagesaktuelles Magazin für NRW und seine Menschen. Frech, schnell, aktuell. Und immer ganz nah an den Zuschauern. Wir verstehen uns selbst als regionales Boulevard-Magazin. Wer will, kann sich selbst ein Bild machen. Im Netz laufen die Sendungen der vergangenen sieben Tage unter: http://rtl-now.rtl.de/rtlwest
Weitere Infos zu RTL WEST finden Sie unter: http://rtl-west.de

RTL West sendet werktags um 18 Uhr "senderintern" gegen das Boulevardmagazin "Explosiv", das für Satelitenzuschauer auf demselben Sendeplatz ausgestrahlt wird. Sind Sie glücklich mit diesem Parallelprogramm?

Auch wenn ich RTL WEST Moderatorin bin, freue ich mich natürlich über jeden Zuschauer, der RTL einschaltet. Ich denke aber nicht, dass Explosiv und wir gegeneinander senden. Wir senden gemeinsam um 18 Uhr und bieten dabei eine große Vielfalt an Themen. Damit ist das bestehende Modell eher eine Bereicherung für den Zuschauer.

Im Anschluß an Ihr Magazin sendet RTL das Starmagazin "Exclusiv" mit Frauke Ludowig. Frau Ludowig war einige Jahre zuvor selber Moderatorin im RTL-Regionalprogramm "West Live" (dem RTL West Vorgänger). Wäre die Moderation einer überregionalen Sendung reizvoll für Sie?

Ich bin überzeugte Journalistin und ja auch gleichzeitig Redaktionsleiterin bei RTL WEST. Diese Kombination aus Moderation und Redaktion ist für mich um so faszinierender, je näher die Geschichten an den Menschen dran sind. Hier bietet das Regionale einzigartige Möglichkeiten.

Erinnern Sie sich noch an die vielen FernsehansagerInnen, die bis Ende der 90er Jahre durch das deutsche Fernsehprogramm führten? Und wenn "ja", an wen genau? Gab es Lieblingsansager?

Ich erinnere mich mit Freude und Begeisterung an einen Ansager im Deutschen Fernsehen. Sein Name: Dénes Törz. Ich erinnere mich deswegen so genau, weil er immer die einzige Sendung anmoderiert hat, die ich damals sehen durfte, "Die Sesamstraße". Für mich gehörte er genau so dazu wie Samson, Tiffy und Co.

Glauben Sie, das die TV Ansage ein Comeback im deutschen Fernsehen haben wird, nachdem mit Tele 5 und DAS VIERTE die ersten Sender wieder Ansagerinnen einführten?

So gerne ich persönlich Fernsehansager und -ansagerinnen mag, so sicher bin ich, dass ihre Zeit leider endgültig vorbei ist.

Welche Sendung würden Sie gerne moderieren im deutschen Fernsehen (muss nicht bei RTL sein)?

Am liebsten würde ich eine Informationssendung nur mit guten Nachrichten moderieren. Eine Sendung, in der verkündet wird, dass der letzte Krieg beendet, ein Mittel gegen Krebs gefunden und der letzte Hungrige satt wurde.

Bei welchen Sendungen bleiben Sie als Zuschauer gerne "dran"?

Am liebsten mag ich gut gemachte Nachrichten- und Magazinsendungen oder total kitschige Schmachtromanzen.

Und wo zappen Sie sofort weiter?

Bei Talkshows, in denen die Menschen sich nicht gegenseitig ausreden lassen, zappe ich sofort weg.

Bitte ergänzen Sie: Fernsehen bedeutet für mich.........

...die Chance, am Leben unterschiedlichster Menschen teilhaben zu dürfen.

Abschließend nochmal zurück zu RTL West: Sie moderieren das Lokalmagazin für NRW. Was macht dieses Bundesland so interessant und lebenswert?

Für mich ist Nordrhein-Westfalen das vielfältigste Bundesland mit unterschiedlichsten Regionen, in denen Menschen leben, die alle ihren eigenen, liebenswerten Charakter haben. Von der Ehrlichkeit der Ostwestfalen über den trockenen Charme der Ruhrgebietler bis hin zur überschwänglichen Lebenslust der Rheinländer.

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Sonja Schwetje.

Das Interview entstand im Dezember 2008


Lothar Keller


Lieber Lothar Keller, Sie sind Newsanchor der Wochenendausgaben von "RTL Aktuell". Wie kamen Sie zur Moderation dieser äußerst erfolgreichen Nachrichtensendung?

Ich habe 1996 in der Redaktion von RTL aktuell angefangen, bin 2000 als Redakteur ins Berliner Hauptstadtstudio gegangen und vertrete seit November 2006 Peter Kloeppel als Moderator von RTL aktuell, vor allem an den Wochenenden. Die Sendung zu moderieren ist eine Herausforderung, aber nicht alles war für mich neu: Ich kenne die Sendung sehr gut, hatte Live-Erfahrung als Reporter, und Texte und Moderationen zu schreiben ist für einen Nachrichten-Redakteur auch bekanntes Terrain.

Ihrer Vita kann man entnehmen, das Sie bei SAT1 als CvD gearbeitet haben. Woran könnte es liegen, das die "Sat1 Nachrichten" nie an den Erfolg von "RTL Aktuell" anknüpfen konnten?

Ich war CvD im Regionalprogramm zu einem Zeitpunkt, als die SAT.1-Nachrichten schon hinter RTL zurücklagen. SAT.1 ist es nicht gelungen, die Zuschauer über einen langen Zeitraum an eine Sendung, eine Sendezeit, einen Moderator zu binden. RTL aktuell hat seit 1992 denselben Anchor und sendet noch länger schon zur immer gleichen Sendezeit um 18:45 Uhr. In den 90er Jahren, als niemand damit gerechnet hat, dass das Privatfernsehen im Nachrichtenbereich eine ernsthafte Alternative zu den öffentlich-rechtlichen Konkurrenten etablieren könnte, hat RTL den langen Atem bewiesen, der SAT.1 gefehlt hat.

Wenn Sie in die Zukunft blicken: Welche Rolle werden Nachrichten via Fernsehen noch für den Großteil der Bevölkerung haben? Werden Handy und PC zurstarken Konkurrenz oder nur eine "Ergänzung"?

Gerade Jugendliche wollen sich offenbar nicht mehr an feste Sendezeiten binden, sondern selber entscheiden, wann sie sich welche Sendungen anschauen. Das gilt auch für Nachrichten. Sie im Internet abrufbar zu machen, wird deshalb immer wichtiger. Das ist eine besondere Herausforderung für die Sender, weil Nachrichten auch im Netz immer wieder aktualisiert werden müssen. Was das langfristig bedeutet, ist aber schwer abzuschätzen - ändert sich der Medienkonsum, wenn die Menschen älter werden? Sind sie dann vielleicht doch froh, sich nach ihrem Arbeitstag um eine bestimmte Uhrzeit vor den Fernseher setzen zu können, um Nachrichten zu sehen?

Kommen wir zum eigentlichen Kern dieser Homepage: Die Fernsehansagen. Sicherlich haben Sie auch Erinnerungen an den einen oder die andere AnsagerIn?
Wer ist Ihnen im Gedächtnis geblieben?

Ehrlich gesagt - an AnsagerInnen habe ich gar keine Erinnerung. Die waren halt da, gemerkt habe ich sie mir nicht. Aber die Nachrichtensprecher, die früher allabendlich Gast in unserem Wohnzimmer waren: Köpcke, Wieben und Berghoff, Diepholz und Seibel, Friedrichs und viele andere.

Tele5 und Das Vierte haben vor einigen Monaten die "Programm-Ansagerin" neu eingeführt und bieten den Zuschauern vor Spielfilm-Highlights nähere Infos und einleitende Worte. Ein Konzept das auch bei RTL und den anderen großen Sendern denkbar wäre?

Ich glaube kaum - auch wenn solche Pläne in Abteilungen unseres Senders geschmiedet würden, mit denen ich nichts zu tun habe. Aber Ansagerinnen sind wohl nicht im Sinne des "Audience Flow", also des möglichst gleitenden, ununterbrochenen Übergangs von einer Sendung zur anderen, damit die Zuschauer nicht wegzappen.

Als Fernsehzuschauer schalten Sie gerne ein bei........

Nachrichten und Dokus.

Und wo zappen Sie weg bzw schalten aus?

Bei Musiksendungen, Soaps und langweilige Talkshows mit den immer gleichen Gästen.

Welche Nachrichten/Meldung würden Sie gerne verlesen?

Israel und der Palästinenser-Staat feiern zehn Jahre friedliche Nachbarschaft.

Fehlt Ihrer Meinung nach ein politischer Talk im RTL Programm? Peter Kloeppel hatte die Moderation eines solchen Talks kürzlich in Interviews ausgeschlossen....

Wir haben in unserer Senderfamilie n-tv mit politischen Talksendungen, die dort gut aufgehoben sind.
Eine letzte Frage: Wünschen Sie sich mehr Nachrichten im RTL-Wochenendprogramm? Werktags ist man mit den News von "Punkt 6" bis zum "Nachtjournal" gut aufgestellt, Wochenends gibt es neben "RTL Aktuell Weekend" nur Kurznachrichten im Programm.

Für Nachrichten am Morgen fehlt es am Wochenende sicher an Zuschauern. Und oft genug fehlt es auch an Nachrichten - Nachrichtenagenturen behelfen sich an den Wochenenden nicht umsonst oft mit Wiederholungen und Zusammenfassungen der Nachrichten vom Vortag. Es ist einfach meist weniger los. Deshalb denke ich, dass wir gut aufgestellt sind, denn bei "breaking news" haben wir immer die Möglichkeit, mit Sondersendungen zu reagieren.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin Viel Erfolg bei und mit RTL
Aktuell!

Das Interview entstand im August 2008


Claudia Melters

Interview mit ZDF-Lottofee Claudia Melters

Liebe Claudia, Du warst 1989 "Deutschlands jüngste Fernsehansagerin" beim WDR bzw West3. War Fernsehansagerin schon immer Dein Traumberuf?

Ja, eigentlich schon. Ich hab damals immer Hanni Vanhaiden im Fernsehen bewundert und wollte auch gern Ansagerin werden.

Wie genau bist Du denn zu West3 gekommen?

Ich war als studentische Hilfskraft beim WDR Studio Aachen tätig. Dort wurde ich angesprochen,ich solle mich doch mal als Fernsehansagerin beim WDR oder bei RTL bewerben. Zuerst wollte ich gar nicht, aber dann hab ich beim WDR in Köln angerufen, und mich total verwählt. Ich landete irgendwo im "Studio B" und musste erst 3 mal weiterverbunden werden, bis schließlich die Sendeleitung am anderen Ende der Leitung war. Dort teilte man mir mit, das eine Bewerbung nur dann Chancen hat, wenn man Sprechunterricht nachweisen kann. Also hab ich an der Uni einen Kurs für "Sprecherziehung" belegt und die Bescheinigung dann zusammen mit meinen Bewerbungsunterlagen beim WDR eingereicht.

Und es hat geklappt....

Genau. Ich wurde zu einem Casting eingeladen und war zwei Wochen später auf Sendung.

Hast Du noch Kontakt zu Deinen damaligen Kollegen aus dem "West3 Ansage-Team"?

Nein, aber zu ZDF-Kollegen. Nach dem Ende der WDR-Ansage hat es uns in alle Himmelsrichtungen verstreut. Bernd Henke zB ging ja nach Berlin zum SFB und hat dort die Funktion weiter ausgeübt. Ich erinnere mich auch gerne an Angelika Schleese und Gabriele Metzger, Andrea Müsse, Sylvia Brecko und Hiltrud Linnemann, Gabriele Wahle-Briefs und all die anderen netten Kolleginnen. Wir waren damals wirklich sehr viele Gesichter beim WDR im Vergleich zu anderen Sendern.

Gab es große Unterschiede zwischen der Ansage bei West3 und dem ZDF?

Die "Kölsche Mentalität" ist eben anders. Da wurde mir schon mal für die Probe der längeren Live-Programmvorschau der Text im Teleprompter von einem Kollegen aus der Regie ein bisschen verändert, um zu gucken, ob ich es merke oder mein Stuhl wurde verstellt - es ging sehr locker zu. Die Ansage beim ZDF hatte eine ganz andere Tragweite, auch bei der Zuschauerresonaz. Hier beim ZDF ging es etwas seriöser, aber nicht minder schön, zu.

Du kamst als letzte Ansagerin zum ZDF...

Ich hatte 1998 mein Casting, aber es dauerte letztendlich bis Februar 1999, ehe ich beim ZDF auf Sendung ging. Man wußte lange Zeit wohl auch nicht, ob die Ansagen denn nun bleiben oder eingestellt werden. Als Andrea Horn und Babette Einstmann dann aber die Programm-Moderation verließen war wieder Bedarf...

Als Du 1999 als Programm-Ansagerin zum ZDF kamst, war dieser Job bei fast allen anderen deutschen Sendern bereits abgeschafft worden. Mit welcher Erwartung bist Du zum ZDF gegangen? Hast Du der Ansage in Mainz eine längere Zukunft erhofft?

Das ZDF hat lange für die Programm-Moderation gekämpft. Vor allem unser damaliger Sendeleiter wollte die Ansagen zukunftsfähig(er) machen und so wurde an Design und Texten experimentiert. Alles in allem hatten wir in den letzten Monaten ein sehr schönes Studio-Design und es hat auch immer viel Spaß gemacht, die Zuschauer durch das ZDF Programm zu begleiten.

Das Ende im Mai 2000 war dann ja auch nicht dein kompletter Abschied vom ZDF-Schirm...

Richtig, Dadurch, dass wir weiterhin die "NKL Tagesmillion", "Aktion Mensch-Lotterie" und das "Mittwochslotto" samt "Gewinnquoten" moderierten, war der Dienstplan ja weiterhin gut gefüllt.

Und ich freue mich natürlich, dass Du auch aktuell noch immer die Lottoziehung im ZDF, vertretungsweise für Heike Maurer, moderierst!

Danke sehr. Es macht mir auch immer noch viel Spaß!

Wäre "Nachrichtensprecherin" auch ein Job, der Dich begeistern könnte?

Ja, das könnte ich mir sehr gut vorstellen und das habe ich auch bereits für den Hörfunk und einige Business-TV-Sender gemacht.

Bei Angelika Wende blieb während der Live-Sendung "Lotto am Mittwoch" das Ziehungsgerät stehen und lies sich nicht mehr in Gang setzen. Hast Du eine ähnliche "Live-Panne" bei einer deiner Moderationen erlebt?

Also so etwas ist mir bisher nicht passiert. Ich hatte bei West3 mal eine Fliege im Studio, die ist während der Live-Ansage immer um mich herum geflogen und spazierte dann auf meiner Schulter herum und ich musste mich beherrschen, keine wegfegende Handbewegung zu machen. Und dann bin ich vor einer Live-Ansage beim WDR auch mal im Fahrstuhl steckengeblieben....seitdem nutze ich dann doch eher die Treppe vor einer Moderation.

Was siehst Du als Zuschauer gern im Fernsehen?

Nachrichten sind mir wichtig oder mal ein guter Spielfilm.

Öffentlich-Rechtlich oder eher privat?

Wenn es um Informationssendungen geht, sehe ich doch eher lieber Öffentlich-Rechtlich. "Heute" und "Tagesschau" sind Pflichtprogramm. Wenn ich k.o. nach Hause komme und unterhalten werden möchte, mache ich da keinen so großen Unterschied. Manchmal zappe ich auch durch die übrigen Programme und bleib hier und da mal hängen.

Bitte vervollständige den Satz: "Fernsehen bedeutet für mich....."

...Information und Entertainment.

in dieser Reihenfolge?

Das hängt von der jeweiligen Gemütslage ab.

Liebe Claudia, vielen Dank für das nette Gespräch und weiterhin alles Gute und Viel Erfolg beim "Mittwochslotto" im ZDF!

Danke. Es hat mir Spaß gemacht!

Das Interview führte Marcel Schenk am 21.Mai 2008 nach der Live-Sendung "Lotto am Mittwoch" in der ZDF-Zentrale


Henning Quanz

Lieber Henning, Du bist den Fernsehzuschauern besonders durch deine Moderationen beim MDR Mittagsjournal "Dabei ab 2" und der WDR "Lokalzeit Köln" bekannt. Welche Sendung passt besser zu Dir? Lokales aus dem Rheinland oder "buntes" aus dem Osten?

Schwer zu sagen. DAZ war sicher flotter, jünger - eben bunter als die Lokalzeit. Auf der anderen Seite bin ich mit Leib und Seele in Köln zu Hause. Ich liebe diese Stadt und finde es klasse, über sie berichten zu können.

Kommen wir kurz zu Deiner Zeit als Ansager im ARD Vorabend "Vor 8 im Ersten". Wie hast Du diese Tätigkeit damals gesehn, wo doch bei fast allen anderen Sendern TV-Ansager bereits abgeschafft waren?

Na, ja: ich war jung und brauchte das Geld - so hab ich das in erster Linie damals gesehen. In dreißig, vierzig Sekunden die nächste Marienhof-Folge anzupreisen ist ja nicht unbedingt Fernsehen, auf das die Welt gewartet hat. Spannender fand ich da schon die Studio-Eins-Sendungen, bei denen es Interview-Gäste gab. Da waren einige wirklich interessante Leute dabei.


Auf Deiner Homepage steht, das Du die Ansagen getreu dem Motto "Der Scheck heiligt die Mittel" gemacht hast. Also war Dir von Anfang an klar, das Du in diesem Bereich nicht bleiben möchtest?

Ehrlich gesagt: Ja. Ich bin ja eigentlich Fernseh-Journalist, und obwohl ich auch immer einen Hang zur Fernsehunterhaltung hatte, war mir doch ziemlich schnell klar, dass das reine Ansagen nur ein kurzes Zwischenspiel bleiben würde. Trotzdem hat's Spaß gemacht, auch wenn ich mir gewünscht hätte, im Studio Eins größere Freiräume zu haben. Mehr Interviews, mehr Platz für Improvisation - einfach mehr Leben in der Bude: Das hätte dem Format bestimmt gut getan. Aber dann wär's auch kein Ansagen mehr gewesen.

Mit Tele 5 und Das Vierte haben nun zwei Privatsender die "Fernsehansagerin" wieder neu belebt und ernten damit durchaus Lob in den Medienforen des Internets. Ist dies der Beginn eines Ansage-Comebacks?

Hm. Hab ich noch nicht gesehen. Ich kann's mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Infos zur Sendung hole ich mir aus dem Videotext. Ich persönlich brauche Ansager also nicht unbedingt. Andere mögen das aber anders sehen...

Die "Lokalzeit Köln" ist derzeit für die WDR Zuschauer unmittelbar mit Dir verbunden. Aber was kommt nach der Lokalzeit? In welchem TV-Studio siehst Du dich in -sagen wir- 3 Jahren stehen? Immer noch beim WDR?

Schwere Frage. Warum nicht der WDR? An unserer Sendung kann man immer noch viel verbessern. Daran arbeite ich gerne mit. Vielleicht auch noch in drei Jahren. Aber wer weiß, was diese komische Branche noch so an Überraschungen für mich im Ärmel hat.

Du bist Rheinländer - seit der Geburt deines Kindes hast Du dich auch beruflich wieder in der Heimat eingefunden. Würdest Du für ein interessantes TV-Konzept nochmal zum "Pendler" werden und aus einer anderen Region Deutschlands moderieren?

Du, vor zwei Monaten bin ich schon wieder Papa geworden - pendeln wird also immer schwieriger. Auch, wenn ich im Hotel deutlich ruhiger schlafe - mir fällt's wirklich schwer, länger als ein, zwei Tage von zu Hause weg zu sein. Insofern... Ganz klar, es käme drauf an, um was es geht. Wenn ich Riesen-Lust drauf hätte, dann würde meine Frau mir bestimmt dazu raten.

Kommen wir zum "Zuschauer Henning Quanz". Bei welchen Sendungen schaltest Du bestens ab (im positiven Sinne) - und wo zappst du sofort weg?

Ich mag SternTV und Wer wird Millionär. Hart aber Fair - auch weil Plasberg mir vor vielen Jahren meine erste Fernseh-Chance gegeben hat. Nachrichten gucke ich in der Regel im Nachtjournal auf RTL. Schmidt ist natürlich auch klasse.

Gibt es Vorbilder für Dich im deutschen Fernsehen?

Klar. Jauch und Plasberg z.B. - von denen kann ich noch jede Menge lernen.

Bitte vervollständige den Satz: "Fernsehen bedeutet für mich........."

Tja... Emotion und Information. In dieser Reihenfolge.

"Wenn ich nicht Fernsehmoderator geworden wäre, würde ich jetzt......"

...vor 'nem echten Problem stehen. ;-)

Vielen Dank für das Interview

Gerne, danke Dir.

Dieses Interview entstand im April 2008. Mehr über Henning Quanz auf seiner
Homepage www.Henning-Quanz.de


Karin Jacoby

Liebe Karin Jacoby, viele Zuschauer kennen Sie noch vom "frühen" Tele 5, das damals eine sehr junge Zielgruppe hatte. Wie kamen Sie zu dem (damals neuen) Sender?

das "frühe" TELE 5 hatte bereits einen Vorläufer, eine Art erstes MTV für damalige Verhältnisse. Dieser Sender hieß musicbox und wollte gerne Nachrichten ins Programm mit aufnehmen. Also gab es ein Casting, zu dem ich marschiert bin (ich studierte zu dieser Zeit schon Journalistik) und - ich wurde genommen!

Anschließend stießen Sie ins Team der SAT.1-Ansagerinnen. Als Zuschauer hatte man den Eindruck, das die SAT.1-Programm-Moderatorinnen allesamt sehr viel Spaß haben. Es gab ja nicht nur die klassischen Ansagen, sondern auch teilweise Einsätze, wo mehrere Kolleginnen gemeinsam im Studio waren. Täuschte der Eindruck, oder war es eine schöne Zeit?

Das Team der SAT.1 Programmmoderation (so hieß die Abteilung offiziell, weil wir ja unsere Texte selbst geschrieben und teilweise ganze Szenerien selbst zusammengestellt haben) war eine super Truppe - dieser Eindruck hat nicht getäuscht. Wir haben uns alle sehr gut verstanden und: wir sind heute noch alle in Kontakt und sehen uns regelmäßig!

Und es gab die Sendung "Angesagt", eine eigene Sendung, wo die Ansagerinnen 30 Minuten lang Programminfos präsentierten. Sowas wäre ja heute kaum noch umsetzbar im deutschen Fernsehen, oder?

Ich finde die Sendung "Angesagt" war zu Ihrer Zeit die innovativste Form der Programmmoderation. Da gab es ja schließlich nicht nur Informationen per Wort und Film, da gab es ja auch Studiogäste (menschliche und tierische, mir fällt grad wieder das Krokodil zu Crocodile Dundee ein.....), Showacts, Spiele und nicht zu vergessen unseren Butler Markus. Eine richtige kleine Show also rund um das Programm. Und ich denke: das wäre heute noch genauso möglich.

RTLplus hat dann als erstes die Ansagen abgeschafft. Im gleichen Zeitraum gab SAT.1 jedoch bekannt, auch weiterhin an den Ansagerinnen festzuhalten. Wie erklären Sie es sich, das dennoch kurze Zeit später auch SAT.1 auf die Ansagen verzichtete?

Weil dann auf einmal alle nachgezogen haben, auch die öffentlich-rechtlichen Programme - die Programmansage oder Programmmoderation galt plötzlich einfach als antiquiert und gerade die privaten Sender wollten ja unbedingt als modern gelten. Man muss SAT.1 allerdings zugute halten, dass der Sender mit solchen Formaten wie "Angesagt", oder den vielen lustigen Einspielern, die wir machen durften, lange versucht hat, die Programmmoderation zu retten.

Wie war die Stimmung im Team der SAT.1-Ansagerinnen, als sich das Ende abzeichnete? Gab es Überlegungen bei Ihnen persönlich, vielleicht bei einem anderen Sender diese Funktion weiter auszuüben?

Die Stimmung im Team war eigentlich recht gut, weil sich nach und nach für alle andere Jobs abzeichneten. So war ich ja schon als Moderatorin des Frühstücksfernsehens tätig und wechselte dann in die SAT.1 Hauptnachrichten, einige Kolleginnen kamen in den verschiedenen Regionalprogrammen unter oder wechselten auch hinter die Kameras. Es war nur schade um unser eingefleischtes Team und die schöne Arbeit die wir zusammen hatten. Zu einem anderen Sender als "Ansagerin" wollte - soweit ich weiß - niemand von uns, denn wie gesagt, auch dort gab es für diese Sparte ja keine Zukunft mehr.

Viele Fans fanden Ihre Moderationen in den SAT.1-News überragend gut. Wie unterschied sich für Sie der Arbeitsalltag, von der Ansagerin zur Nachrichtensprecherin?

Oh, danke für die Blumen! Und der Arbeitsalltag, da haben Sie recht, der war natürlich ein völlig anderer -schon mal von den Themen her. Zu Programmmoderationszeiten eher "bunte" Themen und dann sehr ernste und natürlich dann durch und durch von Aktualität gesprägt. Auch konnte ich mir nicht mehr so viel alleine überlegen, es gab viele Konferenzen und ich hielt vermehrt Rücksprache mit CvD´s, Korrespondenten und Kollegen. Bei den News und später dem Newsmagazin, da durfte halt einfach nichts schief laufen.

Es folgten viele Stationen ihrer weiteren Tätigkeit: Hessischer Rundfunk, DW TV... Da haben einige Fans Sie aus den Augen verloren. Klären Sie uns doch bitte auf: Was machte Karin Jacoby nach der SAT.1-Ära, und was macht sie ganz aktuell?

Also beim Hessischen Rundfunk war ich noch nicht, dafür aber beim Bayerischen Rundfunk. Dort moderierte ich ebenfalls die Nachrichten und bei DW-TV war ich zuerst auch bei den Nachrichten und später dann bei einem täglichen Boulevardmagazin mit Themen aus Deutschland. Zur Zeit arbeite ich im TV für das Deutsche Gesundheitsfernsehen (www.dgf.tv) und moderiere dort die Sendung Dr. Natur mit Themen aus dem Bereich der Naturheilverfahren, Homöopathie und alternativen Heilmethoden. Eine thematische Bandbreite, die mir wirklich sehr viel Spaß und Freude macht. Daneben bin ich auch als Moderatorin für Events, Tagungen, Galas, Messen usw. tätig und arbeite als Trainerin für Referenten, Politiker und Moderatoren (mehr dazu auf meiner homepage unter: www.jacoby-karin.de ).

In Schweden wird noch immer viel "angesagt". Warum ist das im deutschen Fernsehen nicht mehr möglich?

Möglich wäre es schon, ich denke nur mal, dass kein Sender "rückwärts" geht. Und die ganz klassische Form der Ansage, die wäre meiner Meinung nach heute wirklich zu unmodern. Da müßte schon jemand eine ganz peppige Idee haben.

Glauben Sie, das es ein Comeback der Ansagen geben wird? Immerhin wird der "persönliche Effekt" einer Anmoderation von keinem Trailer annähernd erreicht und auch die Unterscheidbarkeit der Sender durch Gesichter wird mit zunehmender Senderanzahl auch immer wichtiger....

Ich persönlich glaube eigentlich nicht an ein comeback der Ansagen, aber wer weiss.......

Was sehen Sie persönlich gerne im TV?

Ich kucke ehrlich gesagt ganz wenig fern, aber wenn, dann Nachrichten (regelmäßig) oder gerne mal eine Komödie (meistens dann als Konserve).

Und wo zappen Sie weg?

Bei ekeligen Shows, wie z.B. diese Dschungel-Geschichte: ich bin ein Star - holt mich hier raus!

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Dieses Interview entstand im Dezember 2007


Sibylle Nicolai

Liebe Sybille Nicolai, Sie waren von 1979 bis 1989 als Programm-Ansagerin beim ZDF. Gerade in Ihren ersten Jahren gab es nur 3 Programme in Deutschland. Inwieweit hat sich die Popularität der Ansagerinnen im Laufe der Jahre verändert?

In den Gründerjahren des deutschen Fernsehens (also weit vor meiner Zeit als Ansagerin) waren die wenigen stets adrett gewandeten und charmanten Damen, die den Zuschauer durchs äußerst überschaubare Programm begleitet haben, so etwas wie 'Auserwählte': bewundert, bestaunt, verehrt und enorm populär. Spätestens mit Beginn der 80er begann das Publikum die 'Empfangs'-Damen der damals zur Verfügung stehenden Sender als eher normalen Programmbestandteil zu betrachten. Natürlich bekam man jede Menge mehr oder weniger schwärmerischer Autogrammpost. Aber die Ansagerin war kein Wesen mehr von einem anderen Stern, sondern eine öffentliche Dienstleisterin, die der Zuschauer auch kritisierte, wenn sie seiner Meinung nach auf dem Bildschirm eine unkleidsame Bluse oder unvorteilhafte Frisur getragen hatte oder gar einen Hauch zu wenig liebenswürdig gewesen war.

10 Jahre Programm-Ansage - und das eigentlich immer "live". An welche Pannen oder Versprecher können Sie sich erinnern?

Eine Panne ist mir am intensivsten im Gedächtnis geblieben: Ich hatte Sonntagsfrühschicht und nach Ankündigung des Gottesdienstes sowie einer Ansage zur Sendung 'Mosaik' eine relativ lange Pause bis zu meinem nächsten Moderations-Einsatz am Nachmittag. Da bot sich als Zeitvertreib an, mit dem Hund eines Aufnahmeleiters, den dieser zur Arbeit mitgebracht hatte (ein Riesentier der Sorte Leonberger) zu spielen. Der überdimensionale Bello und ich tollten und tobten also ausgelassen herum, hatten einen Riesenspaß, rannten wie die Wilden über die Gänge des ZDF-Sendekomplexes - und irgendwann eher zufällig am Büro des Leiters vom Dienst vorbei. „Sibylle! Du musst ins Studio!!!“, rief er mir zu, und der CVD drückte mir hektisch drei dicht bedruckte Seiten Ansagetext in die Hand. Ich sauste erschrocken ins Sendestudio, und noch bevor sich die schwere Studiotür hinter mir geschlossen hatte, war auch der Hund hindurch geschlüpft, wollte weiter spielen… Kaum hatte ich meine Position am Stehpult eingenommen, war ich auch schon auf Sendung und hatte nicht die leiseste Ahnung, was in dem Text stand, den ich zu verlesen hatte. Während ich möglichst konzentriert versuchte, fehlerfrei durch die - wie sich heraus stellte - Ankündigung eines sehr ernsten Beitrags zu kommen, japste und hechelte zu meinen Füßen ein riesiger Knuddelhund, der überhaupt nicht verstand, weshalb unsere lustige Spielerei so abrupt beendet sein sollte. Steif wie Statue klebte ich hinter meinem Pult und las um mein Leben, während der Vierbeiner erst mit der Vorderpfote, dann auch noch animierend bellend meine Aufmerksamkeit für sich reklamierte. Als er schließlich obendrein dazu ansetzte,
Männchen zu machen, riss der Kameramann geistesgegenwärtig die Kamera hoch. Jetzt war nur noch mein Gesicht inklusive Kinn im Bild, derweil wenige Zentimeter darunter eine feuchte Hundenase an mir herum stupste - das Ganze durchgehend illustriert von
Begleitgeräuschen, die alles andere als 'anständig' klangen… Zum Glück war die Ansage irgendwann bewältigt. Das Aufnahmeteam brach in schallendes Gelächter aus. Ich sackte erschöpft in mich zusammen und wartete nur noch auf das Donnerwetter des Sendeleiters. Doch nichts passierte. Auch kein erboster Zuschauer rief an. Womöglich war dieser äußerst grenzwertige Auftritt an der Fernsehnation vorbei gegangen, weil zum gleichen Zeitpunkt in der ARD etwas wesentlich Spannenderes lief…

Hatten Sie 1989 geahnt, das die TV-Ansage innerhalb weniger Jahre so rapide zurückgehen wird (bis hin zur fast vollständigen Abschaffung)?

Tatsächlich hatte ich schon kurz nach meinem Antritt als ZDF-Ansagerin 1980 bei einer USA-Reise dort ein völlig ansagefreies Fernsehen erlebt und war zu dem Schluss gekommen, dass ein guter Trailer im Zweifelsfall mehr Neugierde auf eine Sendung weckt als eine noch so freundliche Anmoderation. Seitdem war mir eigentlich klar gewesen, dass die etwas betulichen Zeiten der Ansagerei auch beim deutschen Fernsehen ihrem Ende zugingen.

Sie moderierten mit "Leute Heute" und "ML Mona Lisa" zwei sehr erfolgreiche ZDF-Formate. Warum haben Sie diese Tätigkeit beendet?

Nachdem ich mich bei der Sendung 'Mona Lisa' ob ihrer allzu großen Ernsthaftigkeit nie optimal beheimatet gefühlt hatte, war ich zunächst froh gewesen, mit 'Wir Vier' in ein unterhaltsameres Format wechseln zu können, welches jedoch leider wegen mangelnden
Erfolges (aus diversen Gründen) nach 20 Sendungen wieder aus dem Programm gekippt wurde. Danach stand erst einmal mein Privatleben weiteren TV-Aktivitäten im Wege.

Was reizt Sie heute mehr? Eine gute Theater-Rolle oder die Moderation eines TV-Magazins?

Heute hat für mich mein erlernter Beruf als Schauspielerin Priorität. Ob auf der Bühne oder im Fernsehen.

Wenn Sie heute (als Zuschauerin) das ZDF einschalten und die Wiederholung der "Schwarzwaldklinik" sehen - vermissen Sie da nicht die charmanten Anmoderationen, für die Sie und ihre Kolleginnen damals zuständig waren?

Meine nostalgischen Gefühle halten sich sehr in Grenzen. Ich würde mir im heutigen Fernsehen mehr Qualität wünschen, und diesen Mangel könnte auch eine noch so charmante Ansage nicht wett machen.

Haben Sie noch Kontakt zu damaligen Ansage-Kolleginnen?

Ja. Ich freue mich immer, wenn ich Heike Maurer und Babette Einstmann über den Weg laufe.

Was würden Sie jungen Menschen raten, die zum Fernsehen wollen? Wie kann man da ein "Bein in die Tür kriegen"?

Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung.

Wo zappen Sie als Zuschauer sofort weiter?

Ich zappe überhaupt nicht, sondern suche mir ganz gezielt die Sendungen im Programm aus, die ich sehen möchte.

Und wo bleiben Sie dran?

Siehe oben.

Fernsehen bedeutet für mich......

Information in bewegten Bildern. Die Möglichkeit, einen Spielfilm zu sehen, den ich im Kino verpasst habe, ein Kabarettprogramm zu erleben, das ich live nicht verfolgen konnte.

Und Abschließend noch eine aktuelle Frage, da Sie kürzlich mit ihrer ZDF-Kollegin Heike Maurer beim "Perfekten Promi Dinner" so grandios punkten konnten:
Angenommen, Sie geben ein weiteres privates "Promi-Dinner" - welche TV-Prominenz dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen? Und was würden Sie auftischen?

Ich würde versuchen, Anke Engelke, Harald Schmidt und Oliver Pocher an meine Tafel zu locken. Dann bräuchte ich mich um die Unterhaltung bei Tisch schon mal nicht zu sorgen. Servieren würde ich etwas Leichtes - vielleicht aus dem Wok. Damit Harald Schmidt nicht zu den Magentabletten greifen muss…

Das klingt doch lecker. Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg, liebe Sybille.

Das Interview entstand im Oktober 2007. Wo Sibylle Nicolai aktuell zu sehen ist, entnehmen Sie bitte ihrer Website www.sibylle-nicolai.de


Sabine Appelhagen

Liebe Sabine Appelhagen, wie sind Sie zu ProSieben gekommen - war es für > Sie ein "Traumjob", Fernsehansagerin zu werden?

Nein, also ein Traumjob war es zunächstmal nicht. Ich war bei einem Casting,wußte aber gar nicht, das hier Fernsehansagerinnen gesucht werden. Aber dann habe ich mich gegen knapp 200 Mitbewerberinnen durchgesetzt.

War die Ansage bei ProSieben Ihre erste Station in der Medienlandschaft?

Ich hatte zuvor in den USA hinter den Kulissen eines Fernsehsenders gearbeitet und war in Deutschland beim Radio tätig. Mein Interesse ging aber schon immer Richtung "Fernsehen".

Haben Sie noch Kontakt zu den früheren Ansage-Kolleginnen und Kollegen?

Ja, zu Alexander Mazza und auch Andrea Kempter. Und natürlich zu Silvia Laubenbacher, die heute in meiner Agentur ist. Angelika Wende habe ich leider ein wenig aus den Augen verloren.

Sie waren bis zur Einstellung in der ProSieben-Ansage tätig. Hatten Sie damals eine Vorahnung, das auch bei ihrem Haussender die persönliche Programm-Moderation vor dem "Aus" steht?

Ja, man hat es schon gemerkt. Ich war einige Zeit für den Bereich "Programm-Ansage" verantwortlich und habe immer für die Programm-Moderation bei ProSieben gekämpft. Immerhin war ProSieben ja auch der letzte deutsche Privatsender, bei dem noch angesagt wurde. Aber irgendwann kam dann, was kommen musste: Die Häufigkeit der Ansagen wurde immer weiter eingeschränkt, und da merkte man, das es wohl bald vorbei sein wird. Die Ansage gehörte zum Bereich "On Air Promotion" - und in diesen Bereich fallen ja auch die Programmtrailer.

Können Sie sich noch an die allerletzte Ansage erinnern?

Es war eine Dreier-Moderation: Silvia Laubenbacher, Andrea Kempter und ich haben uns von den Zuschauern sozusagen gemeinsam "verabschiedet". DIESE AUFNAHMEN HABE ICH AUCH NOCH AUF BAND.

Was meinen Sie, warum haben Programmansagen in Deutschland keine Lobby und wurden weitestgehend durch Trailer ersetzt? In Schweden oder Italien wird ja auch im Jahr 2007 noch fleissig "angesagt".

Ich vermute es hat mit dem "gelernten Sehtempo" der Zuschauer zu tun. Wir sind gewohnt, ständig neue Bilder zu sehen. Eine Programmansage bedeutet, 20-30 Sekunden eine einzige Kameraeinstellung zu zeigen. Der Trailer hingegen bietet dem Zuschauer ständig einen neuen Reiz durch schnelle Schnitte und viele Szenen.

Haben Sie Kindheitserinnerungen an frühere Ansage-Stars, denen Sie gern zugeschaut haben?

Ja, da fällt mir spontan Hanni Vanhaiden vom NDR ein. Ich bin ja selbst in Norddeutschland aufgewachsen und Hanni Vanhaiden hat damals immer das Kinderprogramm angesagt. Daran erinnere ich mich gerne zurück. Aber auch Dénes Törzs ist mir ein Begriff.

Wo liegen, Ihrer Meinung nach, die Vorteile des Trailers gegenüber der Ansage?

Der Trailer ist flexibler als die vorproduzierte Ansage. Wir hatten bei ProSieben in den letzten Jahren die Programmansagen 2-3 Tage zuvor aufgezeichnet. Wenn es dann zu einer Programmänderung kam, musste entweder die Ansagerin wieder ins Studio eilen, gestylt werden und die Ansage noch mal einsprechen - oder man ließ die Ansage ausfallen. Letzteres war natürlich ein Prima Argument "Pro Trailer".

Wenn die Ansagen aber LIVE über den Sender gehen würden - dann wäre die Ansage doch ebenso flexibel wie ein Trailer?!

Richtig, aber dann wären die Kosten bei den Ansagen auch deutlich höher. Wir hatten im Schnitt innerhalb von 2 Stunden einen Sendetag "Ansage" im Kasten, konnten also am Tag gut 2 bis 3 Ansage-Tage vorproduzieren.

Wäre ein Comeback der TV-Ansage in Deutschland denkbar?

Bei Spartensendern sicherlich. Ich denke da z.B. an "Gute Laune TV". Die Moderationen dort sind ja im eigentlichen Sinne wie Programmansagen. Bei den großen Hauptsendern, egal ob Öffentlich-Rechtlich oder Privat, sehe ich das Comeback aber eher nicht.

Was haben Sie nach Einstellung der ProSieben-Ansage gemacht?

Ich bin komplett hinter die Kulissen gewechselt, habe als in der Abteilung Casting/Coaching neue Moderatoren/Gesichter für ProSieben-Formate gesucht. Und nebenbei habe ich als Off-Stimme Beiträge für "taff" gesprochen. Das hat mir immer viel Spaß bereitet. Und nun habe ich meine eigene Agentur für Moderatorinnen und Moderatoren.

Wo zappen Sie sofort weiter und welche Sendung verpassen Sie nie?

Aus Profi-Gesichtspunkten sollte ich mir ja alles irgendwie angucken. Selbst schlimme Sendungen können dann ja eine entsetzliche Faszination ausüben. Aber "Verkaufsprogramm" kann ich z.B. nicht lange anschauen, da zappe ich dann weg. "Survivor" hingegen fesselt mich derzeit jeden Dienstag um 20 Uhr 15 vor den Bildschirm.

Haben Sie einen Lieblings-Sender (als Zuschauer)?

Mein erster Gedanke gilt natürlich immer noch ProSieben, schließlich war der Sender viele Jahre meine Heimat. Aber als Zuschauer sehe ich sender-ungebunden fern.

Und hier die allseits bekannte Auswahlfrage: Harald Schmidt oder Stefan Raab - Welcher der beiden trifft eher Ihren Humor?

Harald Schmidt. Eindeutig! Obwohl ich ihn schon länger nicht mehr gesehen hab.

Er hat derzeit Sommerpause, kommt aber in Kürze gemeinsam mit Oliver Pocher zurück ins Erste.

Da ich Oliver Pocher auch mag bekräftige ich nochmal meine Aussage: Schmidt!

Bitte vervollständigen Sie den Satz: "Fernsehen ist für mich..."

...ein ganz großer und wichtiger Teil meines Lebens. Faszinierend, spannend und vor allem: Schön!

Fernsehansager.com verzeichnete innerhalb von 5 Jahren fast 2 Millionen BesucherInnen. Hier haben Sie die Gelegenheit, Ihre Fans zu grüßen:

Also wenn es da drau0en noch Fans von mir gibt, grüße ich diese natürlich!!!!! Und ich möchte auch DANKE sagen für das Engagement dieser Homepage. Eine tolle Sache! Klasse!

Vielen lieben Dank für das nette Gespräch und weiterhin alles Gute, liebe Sabine Appelhagen!

Mehr über Sabine Appelhagen findet man unter: www.3steps2haven.de und www.fitforcamera.de
Das Interview führte Marcel Schenk am 27.August 2007 in München


Elisabeth Hartmann

Liebe Frau Hartmann, wann haben Sie als Ansagerin für das WWF Programm vor der Kamera gestanden?

Ich habe von 1968 bis 1987 das WWF Programm moderiert. Es war eine sehr schöne Zeit und hat wirklich Spaß gemacht. F.W. Andreas war damals Chef des "WWF". Er hatte ein wirklich innovatives Programm geschaffen, mit äußerst erfolgreichen Lizenz-Programmen wie "Falcon Crest", aber auch guten Eigenproduktionen. Wir hatten viele "Spielräume", konnten Interview-Gäste einladen. Auch das "Uzmö-wi" war Klasse.

Was verbirgt sich denn hinter "Uzmö-wi"?

"Unsere Zuschauer möchten wissen..." - die Ansagerin stellte das Programm der nächsten Wochen vor und hatte die Möglichkeit, Zuschauerfragen vor der Kamera zu beantworten.

Haben Sie 1987 geahnt, das die Programmansage im deutschen Fernsehen keine Zukunft mehr hat?

Wir haben im Kollegenkreis damals schon darüber gesprochen, aber es gab zum damaligen Zeitpunkt ja noch sehr viele Programm-Moderatoren. Ich bin 1988 von der Ansage zur Moderation von "West 3 aktuell" gewechselt. Das ist der Vorgänger vom jetzigen "WDR Aktuell" im. Dort war ich 2 Jahre lang News-Anchor.

Haben Sie denn noch Kontakt zu früheren Ansage-Kollegen vom WWF/WDR? Und was machen Sie zur Zeit beim WDR?

Also die Maskenbildner von damals kenne ich noch. Auch an Dorothee Dregger erinnere ich mich. Sie ist noch immer hier beim WDR tätig und moderiert "Funkhaus Walraffplatz" bei WDR5. Ulrich von Medem arbeitete einige Jahre als Direktor einer Schule und Gisela Claudius arbeitet als Schauspielerin und Sprecherin.
Ich moderiere klassische Musik auf WDR3 und das Samstagskonzert auf WDR4. Ich spreche die Nachrichten im Hörfunk und bin außerdem in anderen zahlreichen Hörfunk- und Fernsehsendungen als Sprecherin tätig; wie beispielsweise in der "Servicezeit" oder auch "Markt" . Jakob Poiesz und Lutz Schulze waren lange Jahre Kollegen im Hörfunk, beide sind aber inzwischen pensioniert. Klaus Eckardt sehe ich auch hin und wieder noch bei Hörfunk- oder Fernsehproduktionen.

Das "Studio 1" hat sich, als Nachfolger des früheren WWF-Programms, ja bis heute mit Ansagen behaupten können....

Richtig. Im "Studio 1" gibt es die letzten Programm-Ansagen des deutschen Fernsehens. Und das Vorabendprogramm ist als "Marke" auch sehr erfolgreich.

Halten Sie ein "Comeback" der Ansage im deutschen Fernsehen für möglich?

Ich glaube nicht. Zwar bedaure ich dies, aber die Trailer haben sich inzwischen durchgesetzt. Die AnsagerInnen waren die "Visitenkarte" eines Senders. Dénes Törzs vom NDR zum Beispiel: Er hat mich immer durch seine starke Persönlichkeit beeindruckt. Es ist schade, das es sowas nicht mehr gibt. Es gab eine Zeit nach der Ansage, als im Abspann noch aus dem "Off" die nächste Sendung angekündigt wurde. Aber auch das ist inzwischen ja schon wieder verschwunden.

Sie sind seit vielen Jahren als Sprecherin beim WDR zu hören. Wo genau kann der Leser dieses Interviews Ihre Stimme im Programm finden?

Ich spreche zahlreiche Wortbeiträge im WDR-Hörfunk, bin im WDR Fernsehen bei "Die Story" und der "Service-Zeit" zu hören. Als Coach bilde ich Sprecher auch aus, zeige Ihnen die vielfältigen Möglichkeiten, mit der eigenen Stimme einen Text zu "leben". Ich bin Diplom-Pädagogin, da sagen viele "Die ist genau richtig beim Hörfunk"...

Könnten Sie sich eine Rückkehr auf den TV-Bildschirm im "On" vorstellen?

Ja, durchaus.

Gibt es derzeit ein Format, das Sie gerne moderieren würden?

"Frau TV" gefällt mir sehr gut.

Welche Sendung bindet Sie als Zuschauer an den Bildschirm?

Ich sehe sehr gerne "Die Story" im WDR Fernsehen. Trotz der späten Sendezeit (22:30 Uhr) stimmen hier Quote und Qualität.

Und welches Programm bevorzugen Sie im Radio?

Ich höre sehr gerne Popmusik. Hier mag ich "1Live". Dort höre ich Musik, die vom Mainstream abweicht. Als Nachrichten bzw Informationsprogramm bevorzuge ich WDR 2.

Viele ehemalige "1Live"-Sprecher sind ja inzwischen bei WDR2 tätig...

Richtig. Die Hörer wachsen ja mit dem Programm auf, werden älter und wandern dann auch von 1Live zu WDR2. Dort hören Sie die bekannten Stimmen dann wieder. 1Live ist (wie auch WDR4) ein Sender, der die treue Hörerschaft sehr gut ans Programm binden kann.

Sie hören also lieber Musik als Wortbeiträge?

Da ich selber beruflich "Spreche", ist mir beim Zuhören dann die Musik lieber.

Wo zappen Sie als Zuschauer sofort weiter?

Bei Sendungen, wo mir als Zuschauer etwas vorgespielt wird, wo die Bilder meist "reißerisch" sind und der Inhalt erst dahinter kommt.

Sie sind sehr mit dem WDR "verwurzelt". Könnte Sie ein Angebot eines anderen Senders noch reizen?

Ich identifiziere mich mit dem Bildungsauftgrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ich arbeite sehr gerne beim WDR, bin hier auch festangestellt. Was sollte mir ein Wechsel bringen? Als ich "West 3 aktuell" moderiert habe, bekam ich ein Angebot von RTL. Aber ich bereue nicht, beim WDR geblieben zu sein.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ich bedanke mich auch. Das Interview hat mir Spaß gemacht! Alles Gute für die Homepage!

Dieses Interview führte Marcel Schenk im Juni 2007 in Köln


Michel-Weber

Foto: n-tv

Lieber Michel, Du bist in einer spannenden Ära zu RTLplus gekommen: Ende der 80er Jahre hatten die "Programm-Moderatoren" sehr vielseitige Aufgaben. Neben den "Ansagen" gab es regelmäßig "Gewinnspiele" und "Star-Interviews". Wie hast Du die damalige Zeit "erlebt"?

ICH WAR DAMALS ALS REDAKTEUR MIT MODERATIONSAUFGABEN DER PROGRAMMDIREKTION UNTERSTELLT UND HABE DIE ENTWICKLUNG HAUTNAH MITERLEBT. ES WAR DIE GESCHICHTE
EINES RASANTEN AUFSTIEGS - AUS DER DRITTEN LIGA BIS AN DIE SPITZE DER ERSTEN LIGA. ICH WÜNSCHE JEDEM SOETWAS EINMAL MITZUERLEBEN - ES WAR EINE TOLLE ZEIT!

Was war es für ein Gefühl für Dich persönlich, als RTLplus sich entschloß, die Programm-Moderationen einzustellen? Wie hast Du davon erfahren?

ES WAR WEDER EINE ÜBERRASCHUNG - NOCH WAR DAS EIN UNGLÜCK. KLASSISCHE PROGRAMM-MODERATIONEN HAT ES BEI RTL NUR KURZE ZEIT GEGEBEN UND SIE WAREN NUR EIN TEIL MEINER ARBEIT. ICH HATTE DAS KONZEPT DES "RTL-REPORTER" SCHON VORGELEGT UND WAR DAMIT DANN RUND VIER JAHRE BESCHÄFTIGT. MIT DER ERSTELLUNG DES PROGRAMMS UND DIVERSER SPECIALS,ALS AUCH DER WEITERGABE DES MATERIALS AN ANDERE REDAKTIONEN HATTE ICH EINE SEHR REIZVOLLE AUFGABE.

Hast Du noch Kontakt zu den frühren Kollegen aus der Programm-Moderation?

MEHR ODER MINDER REGELMÄSSIG EIGENTLICH NUR ZU MEINEM KOLLEGEN GREGOR KÖNIG -MIT SEINER MARKANTEN STIMME IST ER ALS SPRECHER GUT IM GESCHÄFT.

Andere Sender haben zum damaligen Zeitpunkt weiterhin auf Programm-Moderatoren gesetzt. War für Dich abzusehen, das dieser "Beruf" im deutschen Fernsehen so schnell auf allen Kanälen aussterben wird? Und siehst Du evtl Chancen auf ein "Comeback" der Programm-Moderationen (wie in Schweden oderden USA)?

ICH FAND DIESE ART DER PRÄSENTATION IN TEILEN SEHR ALTBACKEN - AUCH WENN MAN DIE IDENTIFIKATION DER ZUSCHAUER DAMALS NICHT UNTERSCHÄTZEN SOLLTE. ICH GLAUBENICHT DAS WIR DIESE FORM IN DEUTSCHLAND WIEDERSEHEN WERDEN - ES SEI DENN MAN NIMMT BEISPIELE AUS KLEINEREN SENDERN; BEI DENEN DURCH INTERAKTION PROGRAMMLÜCKEN DURCH KURZE EINSÄTZE ÜBERBRÜCKT WERDEN.

Mit Deinem Wechsel zu SAT.1 hast Du ein neues Format im Privatfernsehen etabliert: Die "Fahndungsakte". Dort bist Du sehr erfolgreich auf Verbrecherjagt gegangen, gleichwohl moderner als es die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" tat. Warum gibt es die "Fahndungsakte" nicht mehr?

DIE SENDUNG IST NACH ÜBER DREI JAHREN DER KIRCH-KRISE ZUM OPFER GEFALLEN. DIE SENDER DER GRUPPE MUSSTEN DAMALS NOTGEDRUNGEN ALLE EIGENPRODUKTIONEN ZURÜCKFAHREN, UM SICH AUS DEM POOL DES ARCHIVS ZU BEDIENEN - DAS WAR EINFACH PREISGÜNSTIGER. DIE QUOTEN WAR SEHR ORDENTLICH - DARAN HAT ES NICHT GELEGEN. WEIT ÜBER 100 FOLGEN SIND IN DER SCHNELL- LEBIGEN BRANCHE ALLERDINGS AUCH EIN SCHÖNER ERFOLG.

Du wurdest Anchor beim "Journal" des Regionalsenders RheinMain TV. Inwieweit unterscheidet sich die Tätigkeit dort mit der jetztigen bei N-TV?

IN ERSTER LINIE WAR ICH DORT REDAKTIONSLEITER UND WAR ALSO MIT DER TÄGLICHEN THEMENFINDUNG, SOWIE DER ABNAHME DER BEITRÄGE BESCHÄFTIGT. DIE MODERATION WAR
DER ENTSPANNUNGSTEIL DES TAGES FÜR MICH. MEIN JOB BESTAND DARIN EINE FUNKTIONIERENDE REDAKTIONSSTRUKTUR MIT VIDEOJOURNALISTEN ZU SCHAFFEN. DIES IST
UNS GUT GELUNGEN - UNSER JOURNAL ERHIELT UNTER MEINER LEITUNG DEN "REGIOSTAR"ALS BESTE REGIONALE NACHRICHTENSENDUNG.

Mit Deiner Tätigkeit für N-TV bist Du ja sozusagen zu deinem früheren Arbeitgeber, der RTL-Gruppe, "zurückgekehrt". Könntest Du Dir vorstellen, eines Tages auch "RTL Aktuell" zu präsentieren?

KLAR KÖNNTE ICH MIR DAS VORSTELLEN. DIE SENDUNG IST JEDOCH IN GUTEN HÄNDEN - DE FACTO MACHEN WIR BEI N-TV NICHTS ANDERES NUR WESENTLICH UMFANGREICHER - BIS ZU
VIER STUNDEN LIVE-MODERATIONEN AM STÜCK - DAS IST EINE GUTE SCHULE.

Welche Sendung verpasst Du nie (als Zuschauer)? Und wo zappst Du sofort weiter?

ICH SCHAUE IM FERNSEHEN FAST AUSSCHLIESSLICH NACHRICHTEN UND SPORT - DER TAG BEI N-TV; TAGESTHEMEN UND HEUTE-JOURNAL. FILME SEHE ICH LIEBER IM KINO.

Fernsehen bedeutet für mich...........

SICH AUF DAUER NICHT VERSTELLEN ZU KÖNNEN - DIE KAMERA LÜGT NICHT UND DAS IST GUT SO!

Vielen Dank für die interessanten Antworten, lieber Michel! An dieser Stelle kannst Du noch einige Worte an Deine Fans/die Leser richten:

ERSTAUNLICHERWEISE WERDE ICH AUCH NACH SO VIELEN JAHREN IMMER NOCH HÄUFIG AUF DIE RTL-ANFANGSZEIT ANGESPORCHEN. WIR HABEN DAMALS DEN FERNSEHMARKT ZIEMLICHAUFGEMISCHT - OHNE PRIVATES FERNSEHEN, SÄHE ES TRÜBE AUS IN DER DEUTSCHEN TV-LANDSCHAFT AUCH WENNN EINIGE SENDUNGEN ZUM WEGLAUFEN SIND.INSGESAMT KÖNNEN WIR ALLERDINGS AUCH SEHR FROH SEIN, DASS WIR MIT DEN ÖFFETNLCIH-RECHTLICHEN SENDERN IMMER WIEDER QUALITÄTS-TV-HIGHLIGHTS ERLEBEN. ES DÜRFTEN EIN PAAR MEHR SEIN - SCHLIESSLICH ZAHLEN WIR ALLE REICHLICH DAFÜR. BESTEN DANK FÜR DAS INTERVIEW. ICH WÜNSCHE DEN USERN VIEL SPASS AUF DIESEN TOLLEN SEITEN!

Das Interview entstand im Mai 2007


Annett Fleischer -
Die NEUE ANSAGERIN im studioEINS der ARD

Wie bist Du zum StudioEins gekommen? Heutzutage ist es ja gar nicht mehr so einfach, „Programmansagerin“ zu werden.

Ich habe an einem Casting im Sommer 2006 teilgenommen und dann hat man mir zwei Testtage im StudioEINS gegeben. Einige Wochen später bekam ich dann einen Anruf vom StudioEINS, dass ich den Job habe und es dann ab November losgeht. Habe mich riesig gefreut, weil das kurz vor meinem Urlaub war und ich gar nicht mehr damit gerechnet habe. Programmansagerin ist genauso schwer oder leicht zu werden wie Moderatorin oder Schauspielerin, wenn man das Handwerkliche betrachtet. Da es im deutschen Fernsehen die klassische Programmansage nicht mehr in dem Sinne gibt, ist natürlich die Bewerbung auf eine Stelle erheblich hoch. Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Was gefällt Dir am StudioEINS besonders gut - und schaust Du Dir die Serien auch selbst regelmäßig an?

StudioEINS gefällt mir, weil es sich trotz Wegrationalisiereung der Programmansage im öffentlichen rechtlichen Senderbereich halten konnte und eine angenehme Frische im Vorabend-Programm verbreitet. Das Team ist jung und locker - mal etwas anderes.
Seitdem ich im StudioEINS arbeite, sehe ich mir die Serien natürlich an. Und wenn ich das nicht schaffen sollte, dann nehme ich das im Internet auf. Ich bin aber sehr überrascht, dass ich wie viele andere in den Serien-Sog gerate. Man will dann irgendwann auch keine Folge mehr verpassen.

Hast Du selbst noch Erinnerungen an frühere TV-Ansagerinnen? Aus den 80ern oder 90ern, als dieser Job im Fernsehen noch zahlreich vertreten war?

Also erstens bin ich erst 27 Jahre alt und zweitens in der ehemaligen DDR groß geworden. Dass ich da kaum Erinnerungen bis 1991 an TV_Ansagerinnen habe, erklärt sich von selbst. Ich kann mich an das DDR-Fernsehen nur ganz dunkel erinnern. Ich habe früher (DDR) nur immer Sesamstrasse und am Wochenende die Deutsche Hitparade mit D.-Th.-Heck und Wetten Dass... gesehen. Mitte der 90 er habe ich das Fernsehprogramm erst ernsthaft wahrgenommen. .......

Hast Du Kontakt zu Deinen Kollegen bei StudioEINS?

Ja, ich habe zu allen Kontakt. Das Problem ist nur, dass wir alle in anderen Städten wohnen und uns kaum treffen. Wir telefonieren und emailen meist nur. Es ist ein sehr nettes Team, eine kleine Familie, obwohl der Job ja nicht so umfangreich ist.

Als was siehst Du Dich eher? Als Moderatorin oder Schauspielerin?

Da gibt es derzeit keine Entscheidung. Ich gehe in beiden Bereichen auf und kann beides sehr gut miteinander kombinieren. Ich weiß, dass viele denken: Mensch, entweder das eine oder das andere oder willst du auch noch Bücher schreiben?
Ich denke, das ist quatsch. Schauspielerei schließt Moderation nicht aus. Jeder Moderator spielt auf der Bühne eine Rolle, egal, ob er sich die selbst aufgibt oder vorgelegt bekommt. Für mich ist beides eine große Erfüllung und Nährquelle - also mache ich auch beides.

Könntest Du Dir vorstellen, dass es irgendwann zu einem Comeback der TV-Ansage im dt. Fernsehen kommt?

Nein. Warum? Es gibt diese Stellen kaum noch, weil sie einfach zu teuer und nicht profitabel genug sind. Werbeplätze bringen Geld ein, neutrale TV-Ansagen nicht. Und da unsere öffentlich rechtlichen Sender mithalten und ihre Marktstellung behaupten müssen (und das ist auch sehr wichtig. ARD und ZDF dürfen nie fehlen. Sonst ist bald gar kein Niveau mehr vorhanden.). Zum zweiten werden in den nächsten Monaten und Jahren immer mehr Moderatoren im TV eingestellt, weil die digitalen Sender wie wild aus dem Boden schießen werden und jeder braucht sein Gesicht. Ansager gehe da sowieso unter. Wenn, dann müssen frische und dynamische Moderatoren Platz in den Hauptsendern finden.
Und weil der Job der Ansage-Frau sehr rar ist, bin ich umso zufriedener, einmal in den Genuss zu kommen.

Welche Sendung würdest Du gern mal moderieren?

Ich würde gern mal eine Wissens-Sendung (Quarks & Co. Od. Knoff Hoff o.ä.) oder ein Reise-Magazin moderieren.

Gibt es einen Star, den Du gern mal für ein Interview vor die Kamera bekommen möchtest?

Ja, Angela Merkel (weil sie eine der interessantesten Frauen in Deutschland ist) und den Musiker Sascha.
Eigentlich interessiere ich mich eher für Menschen, die man nicht in der Presse durch den Wolf dreht, sondern, für diejenigen, die etwas bewegen und man nicht darüber spricht. Den Rest kann ich ja in der Zeitung lesen. Und wer in der Presse steht, übt auf mich nicht mehr so viel Reiz aus.

Möchtest Du Deinen Fans hier vielleicht noch etwas Persönliches sagen?

Ja. Ich freue mich, wenn Ihr mich so nehmt wie ich bin. Und ich bin ganz normal. Ich bin ein Viel-Denker (o.k. ich plauder auch ziemlich gern und viel) und ich habe in den letzten Monaten und Jahren gelernt, auf meine Mitmenschen / mein Umfeld zu achten - meine Augen offen zu halten und zu reagieren. Versucht es mal, es ergeben sich viele schöne Ereignisse, die einem sehr hilfreich sein können. Und tschüssi...

Vielen Dank und liebe Grüße
Annett

Dieses Interview entstand im Februar 2007 - Marcel Schenk wünscht auch von dieser Stelle aus nochmals ALLES GUTE und bedankt sich bei Annett für die Antworten!


Claudia Kleinert

Liebe Claudia, Sie sind vielen Zuschauern als "Wetterfee" in der ARDbekannt. War es schon immer ein Berufswunsch von Ihnen, vor der Kamera zu arbeiten?

Als kleines Mädchen wollte ich unbedingt Tierärztin werden. An Fernsehen habe ich damals noch gar nicht gedacht. Dass es dann wirklich so kam, war wirklich ein Zufall.

Wie sind Sie zum WDR/zur WDR-Programmansage gekommen?

Das war ja der Zufall. Ich hatte eine Anzeige gelesen, dass der WDR Ansagerinnen sucht. Also habe ich mich einfach gemeldet. Beim Vorsprechen bin ich dann auf Platz 3 aller Bewerberinnen gekommen und der Sender hat mich genommen. Ich habe damit dann mein Studium der Betriebswirtschaft ein Stück weit finanziert.

Was haben Sie gedacht, als sich abzeichnete, das der WDR dieProgrammansagen mittelfristig abschaffen wird?


Ich hatte das Glück, dass damals der private „Wetterkanal“ auf Sendung war, der mich als Moderatorin engagiert hatte.

Haben Sie noch Kontakt zu früheren "Ansage-Kollegen"?

Leider nein. Aber manchmal begegne ich in den Fluren des WDR noch einem bekannten Gesicht aus dieser Zeit.

Gibt es Kindheitserinnerungen an AnsagerInnen, mit denen Sie vor dem Bildschirm "aufgewachsen" sind?

Ich erinnere mich an Petra Krause, die im Rollstuhl vor der Kamera saß und mich sehr fasziniert hat. Und natürlich an die Lottofee Karin Tietze-Ludwig!

Welches Wetter präsentieren Sie den Zuschauern am liebsten? Den Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen, oder ist das Sturmtief mit seinen Ausläufern (rein beruflich) nicht doch "interessanter"?

Wetter ist immer spannend – vor allem wie in den letzten Monaten, in denen ein Rekord nach dem anderen gebrochen wurde. Privat ist mir die Wärme lieber als nasskaltes Wetter.

Privatsender wie VOX oder Pro7 haben keine Wetter-Moderatoren (mehr). Könnten Sie sich vorstellen, das auch die ARD einmal auf die Idee kommt, die Wettervorhersage nur noch aus dem Off sprechen zu lassen wie bei der 20:15h-Tagesschau?

Wenn ich mir unsere Quoten anschaue, ist diese Gefahr eher gering.

Welche Sendung sollte dringend mal wieder im TV wiederholt werden?

Es gab neulich eine tolle Runde bei Sandra Maischberger, die die „Scheibenwischer“-Crew zu Gast hatte. Die würde ich gern noch mal sehen.

Welche Sendung hat bei Ihrer Fernbedienung keine Chance/Wo zappen Sie sofort weiter?

Gerichtsshows und diese unsagbar dummen Ratespiele nach dem Motto „Wir suchen eine schwedische Autofirma mit V – Rufen Sie schnell an....“.

Abschließend noch folgende Frage: Könnten Sie sich vorstellen, das die TV-Ansage im deutschen Fernsehen ein Comeback feiert? Immerhin gibt es in Schweden, Italien und den USA weiterhin Programm-Präsentatoren.

Ich fürchte nein. Fast alle Sender haben ein 24-Stunden-Programm und müssen sparen.

Liebe Claudia Kleinert - Vielen Dank für das Interview und weiterhin Viel Erfolg!

Das Interview führte Marcel Schenk im Januar 2007


Christiane Stein -
Das exclusive Interview mit Deutschland's letzter Fernsehansagerin

-Liebe Christiane, Du sagst die "Verbotene Liebe" nicht nur an, Du hast auch selbst in der Soap mitgespielt (Rolle des Hausmädchen "Christiane"). Was macht Dir mehr Spaß? Die Moderation oder die Schauspielerei?

Eindeutig die Moderation, obwohl ich sehr gerne bei VL vor der Kamera stand. Beides macht sehr viel Spaß.

-Hast Du selbst noch Erinnerungen an AnsagerInnen, die Dir als Zuschauer besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Ich habe schon als Kind immer gesagt, das ich "Fernsehansagerin" werden möchte. Es ist ein Traumberuf für mich. Wir haben als Kind früher auch Ansagen nachgespielt. Für mich waren die Ansagerinnen immer "blond". Daran erinnere ich mich, an Namen eher weniger - Mit Ausnahme von Gabriele Metzger. Sie ist mir als WDR-Ansagerin ein Begriff. Bei den Dreharbeiten zur "Verbotenen Liebe" konnte ich sie auch persönlich kennenlernen. Und im "StudioEINS" war sie auch schon bei mir zu Gast.

-Im "StudioEINS" bist Du inzwischen "Deutschland's letzte Fernsehansagerin".....

....Ja, stimmt. Das war mir noch gar nicht so bewusst gewesen...

-Wie erklärst Du Dir den Erfolg des "StudioEINS"?

Ich denke es liegt am "Gesamtpacket". Wir haben starke Soaps (Verbotene Liebe, Marienhof), das Quiz mit Jörg Pilawa und auch Dauerbrenner wie das "Großstadtrevier". Die Zuschauer verbinden die Ansagen instinktiv mit unserem Serienprogramm. Und neben den Ansagen haben wir ja auch regelmäßig die Darsteller unseres Voranendprogramms zum Interview im "StudioEINS". Insofern verbindet sich alles zu einer Einheit - und die sorgt für den Erfolg.

-Bis vor einiger Zeit wurde der ARD-Vorabend von den einzelnen Landesrundfunkanstalten unterschiedlich "präsentiert". Jeder Sender hatte seine eigenen Programm-Moderatoren. Aber auch hier konnte sich im Zuge einer bundesweit-einheitlichen Ausstrahlung das "StudioEINS" durchsetzen....

Ja, ich denke man merkt auch wie liebevoll das "StudioEINS" gestaltet ist. Wir senden aus Köln, haben also auch die Nähe zu den Darstellern der "Verbotenen Liebe", wir drehen Backstage-Reportagen. Mein Herzblut hängt auch noch immer an der "Verbotenen Liebe", den ganzen früheren Schauspielkollegen die man immer mal wieder trifft....

-Damit hast Du dann auch meine nächste Frage sozusagen schon beantwortet: "Welche Vorabendserie" gefällt gefällt Dir am Besten?" - das wird dann wohl die "Verbotene Liebe" sein....

Genau, ich gucke sie auch wirklich immer noch total gerne. Auch wenn meine eigene Arbeit da schon einige Jahre zurückliegt. Aber auch "Berlin, Berlin" fand ich Klasse.

-War nicht auch die frühere RTLplus-Ansagerin Isolde Tarrach bei der "Verbotenen Liebe" hinter den Kulissen tätig?

Richtig, Isolde Tarrach war Drehbuchautorin bei uns. Man erkannte sie gar nicht auf den ersten Blick, denn das früher so typische "Stirnband" trug sie dort nicht mehr...

-Es gab im "StudioEINS" auch viele Jahre die erfolgreichen Call-In's. Hattest Du ein persönliches Lieblings-Spiel?

Ich habe am liebsten "Paparrazi" mit den Zuschauern gespielt. Am bekanntesten war aber "City Roller".

-Welchen Star-Gast würdest Du dir für das rote Sofa im "StudioEINS" wünschen?

Wir hatten ja eigentlich alle da, die ich mir gewünscht hätte....ganz ehrlich: Ich hatte so viele coole, nette Leute zum Interview im Studio das ich mir da niemanden mehr wünschen kann. Ich fand die Interviews mit den "Berlin, Berlin"-Stars klasse. Jan Sosniok war super.

-Kannst Du dich an einen Versprecher oder eine Panne während einer Live-Ansage erinnern?

Es gab schon mal "Haspler" im Text oder sowas, aber mir ist eine Sache in Erinnerung geblieben: Da bin ich nach einer Live-Ansage einfach auf Sendung geblieben: Ich hatte den Zuschauern viel Spaß mit der Serie gewünscht und man hat mich danach nicht weggeblendet, die Kamera blieb auf mich gerichtet. Ich bin dann 30 Sekunden oder so lächelnd stehengeblieben - das kommt Dir dann wie eine Ewigkeit vor. Und dann bin ich aus dem Bild gegangen....

-Hast Du noch Kontakt zu früheren "StudioEINS"-Ansagern?

Ja, mit Thieß (Neubert) bin ich gut befreundet, Ute Soldierer ist in der selben Agentur wie ich. Aber ansonsten sieht man sich hier ja auch wenig. Mit Markus (Tirok) telefoniere ich.

-Früher war der Beruf "AnsagerIn" häufig ein Karriere-Sprungbrett und erste Anlaufstelle für Nachwuchsmoderatoren. Nun gibt es fast keine Ansage mehr - welchen Weg würdest Du jungen Nachwuchstalenten raten, die unbedingt zum Fernsehen wollen?

Ich würde es immer über den Weg hinter der Kamera probieren. Mit einem Praktikum o.ä. bei einer Redaktion. Und wenn man gut ist ergibt sich vielleicht daraus auch "mehr".

-Was sollte im TV dringend mal wiederholt werden?

"Rache ist ein süßes Wort", das ist so ein toller Zweiteiler. Darauf warte ich seit Jahren!

-Und zum Schluß natürlich noch die bekannten "Auswahlfragen" - Wen siehst Du lieber im TV - Gottschalk oder Jauch?

Jauch.

-Stefan Raab oder Harald Schmidt?

Harald Schmidt.

-Sabine Christjansen oder Maybrit Illner?

Maybrit Illner.

-Vielen Dank für das Interview und weiterhin VIEL ERFOLG im "StudioEINS"!

Ich bedanke mich auch, herzlich gern.

Das Interview führte Marcel Schenk am 04.September 2006 nach den Live-Ansagen direkt im "StudiEINS" beim WDR. dankt der WDR Mediagroup!



Ingo Schmoll

Lieber Ingo, wie bist Du 1989 zur Moderation vom RTLplus-Jugendmagazin "Rapido" gekommen?

-Ich hab bei RTL einen anderen Job gemacht, mit 18 Jahren war ich Aufnahmeleitungs-Assistenz beim Sender. Und dann war ich mal Lichtdouble bei einem Casting für eine RTLplus-Sendung. Und da bin ich sozusagen "entdeckt" worden, man bot mir dann an, parallel zur Aufnahmeleitung für ein neues Jugendmagazin vor der Kamera zu stehen. Und so wurde ich "Rapido"-Moderator und war auch gleichzeitig in der Redaktion tätig. Ich habe extrem viel lernen können, immerhin lief die Sendung drei Jahre lang jede Woche bei RTLplus.

Und dann gab es aber auch rechtliche Probleme mit dem Namen "Rapido" und das Magazin wurde in "Ragazzi" umbenannt...

-"Rapido" war eine Übernahmeproduktion von den Franzosen. Wir hatten aber ein recht gutes Budget und haben viel eigenes Material für die Sendung gedreht, das hat denen dann nicht so gepasst und so mussten wir einen anderen Namen für das Magazin finden.

Das Magazin ist dann nach drei Jahren aber auch relativ schnell abgesetzt worden, irgendwann war "Ragazzi" verschwunden...

-Wir hatten in den ganzen drei Jahren nie monstermäßige Quoten gehabt, Musikprogramme liefen in der Zeit eh immer schlechter. Auch "Formel 1" musste damals Federn lassen. Wir waren eher ein "Insider-Magazin". Und trotz der mäßigen Quoten liefen wir weiter jede Woche, weil der damalige RTLplus-Chef Dr.Thoma das ganz gut fand. Und er mochte mich auch ganz gerne. Nachdem Marc Conrad die Stelle von Helmut Thoma übernommen hatte, war auch "Ragazzi" weg. Ich bin RTL aber bis heute dankbar, das ich das machen konnte.

Und was viele vielleicht nicht wußten, Du warst auch für einen Nachmittag Programm-Ansager bei RTLplus

-Richtig, das stimmt. Es hat sich einfach so ergeben. Bei RTL wurde früher super viel ausprobiert und improvisiert, das war total klasse. Man konnte die verschiedensten Dinge testen und auch das Verhältnis der Kollegen untereinander war spitze. Ich hab auch Ansage-Kollegen von RTL bei "Ragazzi" auftreten lassen. Da erinnere ich mich z.B. an Mechthild Ahlisch, mit der ich eine Prince-Parodie auf "Kiss" gemacht habe. Das war damals bei RTLplus eine lockere Zeit. Ich erinnere mich auch an Michel Weber, das war ein toller Kollege damals bei RTLplus....

"Ragazzi" war auch nie eine Charts-Sendung gewesen, also die damaligen Stars der späten 80er wie Modern Talking, CC Catch und Sandra kamen bei Euch nicht als Gast ins Studio...

-Ne, wenn dann höchstens das wir uns darüber lustig gemacht haben. Bei uns haben diese Themen nie stattgefunden. Wir haben alle unseren eigenen Musikgeschmack in die Sendung eingebracht. Von den Führungspersonen wusste bei RTLplus damals auch irgendwie keiner so recht was wir da treiben, da hatten wir viel Spielraum.

Kommen wir zum aktuellen Fernsehen. Ich habe gelesen, das Du die "Desperate Housewives" liebst? Wer ist denn da Deine Favoritin?

-Also Teri Hatcher ist schon klasse. Ich guck relativ wenig deutsches Fernsehen, kenne die Serie auch aus den USA und liebe einfach alles daran. Die Idee dahinter, die Dialoge, das Set...alles sehr stylisch, smart geschrieben, einfach Klasse was die USA da so "aus dem Ärmel schütteln"!

Was und wen siehst Du sonst noch gerne? Fallen Dir weitere Serien ein, oder auch Moderatoren/Vorbilder?

"Six feet under" ist genial, beim deutschen Fernsehen sucht man eigenproduzierte ähnliche Formate vergebens. Und wenn, dann wirken sie ganz anders... Ich mag zum Beispiel Hape Kerkeling sehr gerne. Er hat einen tollen Humor und macht nicht Witze auf Kosten anderer. Hape Kerkeling macht nicht so diesen "Humor" auf Kosten anderer, was die Masche diverser Moderatoren / Comedians im Unterhaltungsbereich zu sein scheint. Aber wehe man dreht das Spiel mal rum, dann fehlt denen jeglicher Humor und jegliche Selbstironie und Größe. Ich mag an Kerkeling, dass er zwar auch Leuten den Spiegel hin hält, aber sie nie wirklich verletzt. Und er kann über sich selbst lachen, also besitzt Eigenironie und ist sehr authentisch als Mensch so wie er rüber kommt, versucht eben nicht super cool, fehler- und knitterfrei und glatt zu wirken, was ich mag. Alles in allem finde ich seinen Humor nicht so "Deutsch" irgendwie. Ohnehin sind mir die Motive der meisten TV -Schaffenden zu durchschaubar, denen geht es meist vor allem um die eigene Eitelkeit "Star sein wollen" ohne tatsächlich das Format oder das Talent mitzubringen, geschweige denn eine eigene Meinung oder ein klar definierter eigener Geschmack, aber Hauptsache immer schön bei jeder passenden Gelegenheit das Gesicht ins Fernsehen hängen und irgendeinen Blabla erzählen, das macht mich überhaupt nicht an. Und ich glaube die Tatsache, dass ich da wenig kompromissbereit und anpassungsfähig bin, trägt nicht gerade dazu bei, dass man sich an den entscheidenden Stellen heutzutage denkt : Mensch , der Schmoll wäre doch der passende Moderator für diese oder jene Sendung...". Das woran es am allermeisten hapert in der deustchen Medienlandschaft ist Mut. Die Entscheider haben alle Angst um ihre eigenen Jobs und Angst war schon immer der Killer echter Kreativität. Es gibt zu wenige, die sich was trauen und auch mal was eigenes probieren wollen,was sich dem was es schon gibt absetzt. Das finde ich extrem schade, aber entsprechend langweilig sieht ein Großteil des deutschen TVs auch inzwischen aus. Wie sagte Olli Kalkofe richtig "Ich fühle mich unmündig behandelt beim Fernsehgucken" . Ich verstehe genau was er meint. Und versteh mich nichtfalsch, ich mag "leichte" Unterhaltung, finde aber nicht dass sie so seicht sein muss, wie das größtenteils der Fall ist. Vergleich allein mal eine Show wie DSDS bei uns mit der US Version American Idol, da liegen Welten dazwischen, angefangen bei den Moderatoren , über die Jury, bis zu den Kandidaten. Das wirkt in den USA alles sowas von locker, authentisch und wie ganz großes Kino ! Schaltet man das hier ein, wirkt es dagegen oft wie eine ziemlich steife Betriebsfeier,aber muss das so sein ? Ich finde nicht, ich habe aber immer noch die Hoffnung, dass sich das eines Tages mal ändertEs gibt starke Kontraste im deutschen Fernsehen: Zum einen seichte "Schenkel-Klopfer-Unterhaltung" und auf der anderen Seite Kulturprogramme wie arte, aber da fehlt sowas "in der Mitte". Die USA machen mehr "middle of the road", das soll nicht heißen, das alles gut ist was drüben produziert wird, aber Ich hab aber eh seit einiger Zeit ein "Problem" mit dem deutschen Fernsehen, denn ich finde das die ihre Zuschauer total unterschätzen.

Das WDR Fernsehen will in diesem "Sommer 2006" mit neuen Formaten auch das junge Publikum vermehrt erreichen. So wird u.a. dein Hörfunk-Kollege von 1Live, Olli Briesch, einen Tagesrückblick moderieren. Wäre das jetzt nicht auch für Dich eine Möglichkeit zum "TV-Comeback" gewesen?

-Ich sträube mich ja schon seit einiger Zeit davor, wieder auf den Bildschirm zurückzukehren. Das kann ich mir nur vorstellen, wenn es eine Sendung wäre, die total zu mir passt und wo ich 100% hinter stehe. Es gibt so 1, 2 Sachen die ich machen würde. Aber das deutsche Fernsehen traut sich nicht, komplett neue Formate auszuprobieren. Ich mag den WDR und finde das auch 1Live dort eine gute "Insel" ist für bestimmte Musikrichtungen. 1live passt zu mir, da kann ich machen was ich will ohne mich zu verstellen. Mit "Kultkomplex" und "Lauschangriff" bietet 1live ein Forum für Programme, die sonst nirgendwo laufen im Radio. Nochmal zurück zum WDR Fernsehen: Es schalten nun mal eher ältere Zuschauer ein und ein Verjüngungsprozess wird nicht so schnell zu schaffen sein. Es ist aber meiner Meinung nach ein Prozess, der sehr lange dauern wird.

Was machst Du zur Zeit genau?

Ich moderiere bei 1live meine Sendungen, und das macht auch wirklich Spass, und was ich formatmäßig nicht dort unterbringen kann, das probiere ich mit der Internet-Talkshow "radiobrennt.net" aus. Das sind Versuchsballons. So wie ich mir vorstellen kann, das es funktionieren könnte, es funktioniert auch. Da hören viele Leute zu übers Internet. Und es ist dann auch "meine Sache", da hat mir keiner reingeredet.

Du warst auch mal die Station-Voice von VIVA+

-Ja, das hab ich ne ganze Weile gemacht. Der Sender hatte ja nicht so wahnsinnig viel Erfolg...

Viele Zuschauer haben Dich, wohl auch wegen Deinem Job bei MTV in London, mit Markus Kavka verglichen und haben in Dir einen "Nachfolger" für Markus Kavka gesehen. Siehst Du das auch so?

-Also sagen wir mal so: ich denke schon das Kavka und ich eine weitaus unterschiedlichen Stil haben. Er ist da noch eher ironisch und sarkastisch als ich... und er ist in der Alternative-Szene aktiv mehr beteiligt. Sein Format, das "MTV Newsmag" das lie natürlich schon in einem Bereich der mich auch interessiert. Und ich finde es gut, das er vieles auch mit einem Augenzwinkern moderiert. Aber ich glaube auch nicht, das MTV noch Interesse daran hätte, wenn ich jetzt nach all den Jahren wieder auf der Matte stehen würde...

Gibt es ein Format, in dem Du dich wohl fühlen würdest?

-Immer dann, wenn ich ich sein kann. Ohne mich zu verstellen zu müssen. Dann würde ich, klingt jetzt vielleicht komisch, auch bei 9live arbeiten. Vorausgesetzt ich bin ich...

Wenn Du genügend Zuschauer überzeugen kannst anzurufen , steht einer Tätigkeit bei 9live nichts im Wege...

-Ja daran würde es dann wohl auch scheitern. Ich verstell mich eben nicht gerne. Und ich habe im Leben schon oft Entscheidungen getroffen eben weil ich in ein Format nicht gepasst hätte. Ich hab z.B. für Linda de Mol bei "Kollegen, Kollegen" den Außenreporter gemacht. Und dann wurde mir von Endemol ein Format angeboten, eine Quizshow in der ich auch in einem Smoking hätte auftreten müssen. Damals war ich gerade 22 Jahre alt, das passte nicht zu mir.

Wo siehst Du dich beruflich in 5 Jahren? Noch immer beim Jugendradio 1live?

-Das kann ich vielleicht in dem Moment entscheiden wenns soweit ist, das klingt jetzt vielleicht sehr diplomatisch. Und wer weiß was in 5 Jahren ist. Vielleicht gibt's da gar kein Fernsehen mehr? Sagen wir mal so, wenn jetzt morgen "in 5 Jahren wäre", dann denke ich schon, das Radio nach wie vor mein Bereich wäre. Ob noch auf der aktuellen Welle, das weiß ich nicht. Vielleicht bin ich dann tatsächlich aus dem Alter für 1live raus, aber ich denke auch das dies eine Einstellungssache ist. Und keine Sache des Alters. Ich bin gerne beim WDR und wenn es so bleibt wie es ist, warum soll es nicht so bleiben. Was mich aber auch interessieren würde: Eine Rückkehr in den Darsteller-Bereich.

Ich hätte es tatsächlich fast vergessen. Aber jetzt wo Du es sagst: "Geliebte Schwestern", eine Daily-Soap bei SAT.1, daran können sich vielleicht noch einige Leser hier erinnern. Wie kommt man zur Soap?

Das war ein Tiefpunkt meiner Karriere. Die Produktionsfirma ist damals auf mich zugekommen, man wolle ein deutsches "Melrose Place" machen. Und "Melrose Place" fand ich total geil damals, weil das so "gaga" und "over the top" war von den ganzen Geschehnissen, dass es Spaß gemacht hat sich das anzusehen: Also so kitschig, dass es schon wieder komisch war. Kein Wunder dass Marcia Cross, die jetzt die Bree aus Desperate Housewives spielt, auch bei Melrose Place dabei war. Melrose war für mich so eine Art Vorversionvon Serien wie Desperate Housewives".Es hat sich aber leider herausgestellt, das die Serie wirklich die schlechteste Soap aller Zeiten wurde. Die Bücher waren verheerend. Was aber Spaß gemacht hat war die Zusammenarbeit mit den Kollegen, dadurch das die Quoten so schlecht waren haben sich die Leute, die in der Serie gearbeitet haben, extrem gut verstanden. Und Xenia Seeberg, eine der Darstellerinnen, hab ich dann auch mal in einer US-Produktion gesehen. Das hat mich gefreut für sie!

Xenia Seeberg, ich erinnere mich an sie auch noch in "Verbotene Liebe", an der Seite von Christian Wunderlich...

-Ja. Weißt Du eigentlich was Christian Wunderlich heute so macht? Er ist beim WDR und sitzt für die Sendung von Jürgen Domian am Telefon, nimmt dort also die Anrufe entgegen.

Echt? Das wußte ich gar nicht. Kann man sowas hier überhaupt schreiben? Oder ist das geheim?

-Nein, das stand auch in der Yellow-Press...

Vielen Dank für das nette Gespräch, lieber Ingo.

-Ja, also nochmal Respekt für die Arbeit mit der Homepage! Echt crazy... Und danke das Du für "Radio Brennt" zum Interview gekommen bist.

Das Interview führte Marcel Schenk im Juli 2006 bei Ingo im heimischen
Studio

Fotos folgen


Anja Petzold

Liebe Anja, hast Du selbst "Kindheitserinnerungen" an FernsehansagerInnen? Du bist ja mit ihnen am Bildschirm "großgeworden" sozusagen...

-Ja, habe ich! An Petra Kusch-Lück. Sie war ja "Fernsehliebling"

Sie moderiert jetzt im MDR die Sendung "Alles Gute"...

-Richtig. Eine ganz bezaubernde Kollegin. Ich habe sie auch persönlich treffen können. Meine Mutter erzählte mir, das ich als Kind früher immer "Petra Kusch-Lück" gespielt habe. Ich habe kleine Texte geschrieben und dann für die Familie "Fernsehansagerin" gespielt.

Du hast in der Redaktion von " Peter Escher" beim MDR angefangen. Wie kommt man von dort dann zur Programmansage?

-Also ich war Pressesprecherin bei einer Brauerei in Dresden und hab von einem Castingaufruf für "Escher" erfahren. Dort sagte man mir dann "wir nehmen Dich aber nur, wenn Du das Zuschauertelefon betreust und in der Sendung dann die Anrufe zusammenfasst". Ja und dann war ich vor der Kamera bei "Escher"... Und dann gabs ein Casting, so 1997/98, für Fernsehansagen. Der MDR hatte tatsächlich nochmal neue Gesichter für diese Funktion gesucht... Und so habe ich dann im Dezember 1998 als Fernsehansagerin beim MDR begonnen.

Als dann im Jahr 2001 die Nachricht kam, das auch der MDR die Programmansagen einstellt, wie hast Du das persönlich empfunden?

-Wir waren alle ganz traurig, weil wir ja auch überzeugt waren von der Sache. Es war schon etwas besonderes, abends live in die Wohnzimmer zu kommen, via Ansage. Man war "zu Gast" beim Zuschauer, ich habe ja auch Weihnachten und Silvester im MDR angesagt, das war schon etwas ganz besonderes. Und wir waren davon überzeugt, das eine persönliche Präsentation viel viel mehr hat als ein Trailer. Wir hatten die Ansagen immer live und ohne Teleprompter gemacht. Das war alles gut vorbereitet. Ja, wir waren wirklich traurig als das "Aus" kam, es war keine schöne Zeit.

Aber Du hattest (glücklicherweise) ja auch bereits Erfahrungen in anderen Sende-Formaten gemacht.

-Ja, im Jahr 2000 begann meine Moderationstätigkeit für "MDR um 12", ein Livemagazin mit Studiogästen. Das war eine neue Herausforderung, die ich anfangs parallel zur TV-Ansage gemacht habe.

Gibt es noch Kontakt zu anderen MDR-Ansagern? Ich erinnere mich zum Beispiel gerne an Katrin Huß und ihre Ansagen aus dem Garten, mit Hund...

-Ja, Katrin hat oft aus dem "Fernsehgarten" beim MDR angesagt, teilweise haben wir zwei auch zusammen bei "MDR vor 8 im Ersten" angesagt, Katrin ist eine ganz tolle Kollegin! Katrin hatte mich auch "eingearbeitet" als Ansagerin. Zu Katrin habe ich aber ohnehin einen guten Kontakt, wenn sie "Hier ab 4" moderiert und ich "Dabei ab 2", dann besuchen wir uns gegenseitig in den Redaktionen... Und auch Olaf Schmidt war ein ganz toller und witziger Kollege, den würde ich mal gerne wieder treffen!

"MDR vor 8 im Ersten" hat sich länger auf dem Sender gehalten und wurde erst vor kurzem zu Gunsten eines bundesweiten "Studio Eins" vom WDR eingestellt...

-Ja, das hab ich gestern Abend erst wieder gesehen.

Wäre das nicht noch eine Alternative gewesen? Nach Köln zu gehen und dort im "Studio Eins" weiter anzusagen?

-Dafür war ich dann schon zu alt, außerdem hatte ich da auch bereits die Moderationen für "MDR um 12" und "Dabei ab 2" übernommen.

Gab es denn irgendwelche Pannen oder Versprecher bei einer Live-Ansage, an die Du dich noch erinnerst?

-Speziell bei einer Ansage, also nicht bei einer Moderation? Da fällt mir eigentlich nichts ein. Die Ansagen waren immer so gut vorbereitet, nein da ist mir nichts in Erinnerung... Cornelia Nossek ist mal 'ne Kugel am Weihnachtsbaum abgefallen während einer Ansage im Weihnachtsprogramm....

Welche Sendung reizt Dich am meisten? "Sachsen-Anhalt heute" mit eher regionalem Charakter, oder "Dabei ab 2" wo ein breiteres Publikum zuschaut? Oder "MDR um 12", das Mittagsjournal?

-Also die meisten Quoten gibts bei "Dabei ab 2", "MDR um 12" ist die längste Sendung, eine Stunde live mit Studio-Gästen, und "Sachsen-Anhalt heute" ist eher wieder eine gemütliche Sendung, aber auch mit vielen Zuschauern. Und sie ist am Abend. Ich habe außer der Programmansage ja nie eine Sendung am Abend gemacht. Von daher ist dieser Wechsel in den Redaktionen und Sendungen, vom Mittagsmagazin über den Nachmittag bis hin zum Regionalmagazin im Abendprogramm absolut perfekt! Ich freue mich auf jede Sendung!

Das neue Studio von "Dabei ab 2" gefällt mir auch sehr gut...

-Ja, die neue Deko ist wirklich sehr schön geworden, bei "Dabei ab 2" wird auch sehr auf die Optik geachtet. Während der WM haben wir ja auch am Wochenende "Dabei ab 2" gesendet, sozusagen als Kontrast-Programm.

Gibt es noch eine Wunschsendung, die Du gerne mal moderieren möchtest?

-Ich würde gerne mal die rote Treppe herunterkommen...

Also die klassische Samstag-Abend-Show?

-Unterhaltung liebe ich absolut. Dem bin ich ein Stück näher gekommen, ich moderiere dieses Jahr zum zweiten Mal "Die große MDR Schlager-Parade" und da haben wir dann tolle Gäste!

Was ist denn, nicht nur auf den MDR bezogen, Deine absolute Lieblingssendung?

-Auf jeden Fall um 20 Uhr die "Tagesschau", und ich liebe "In aller Freundschaft" - meine absolute Lieblingsserie. Aber auch bei "Hier ab 4" schalte ich gerne rein!

Und wo zappst Du sofort weg?

-Bei diesen ganzen nachmittäglichen Sendungen, mit den nachgstellten Szenen. Gerichtsshows etc

Wen siehst Du gerne im Fernsehen? Schauspieler/Moderator...

-Also Barbara Schöneberger finde ich total klasse! Und Kim Fischer!

Glaubst Du, das die Ansagen im MDR Fernsehen ein Comeback schaffen könnten?

-Nein, ich denke nicht, das der MDR nochmal zur Ansage zurückkehrt. Man braucht ein Studio, muss Kamera und Licht besetzen, die Regie muss da sein... der Aufwand wäre bei den Live-Ansagen einfach sehr hoch. Wenn man natürlich an einem Tag die Ansagen einer ganzen Woche aufzeichnen würde, das könnte eine Alternative sein. Andererseits sind die Trailer ja sehr "lebendig" und modern gestaltet...

Nochmal zurück zu "MDR um 12". Wie erklärst Du dir den Erfolg dieses Mittagsmagazins, trotz der starken Konkurrenz mit "Punkt 12" bei RTL oder der "Drehscheibe Deutschland" im ZDF?

-Wir sind mit Mitteldeutschland stark verbunden. Unsere Zuschauer schalten den MDR mittags ein, um sich zu informieren, "MDR aktuell" bietet zunächst ein breites Spektrum mit den Nachrichten der Welt, und wir vertiefen dann bei "MDR um 12" einzelne Themen und gehen in den regionalen Bezug. Wir bieten den Leuten ein zuhause. Bei RTL ist dann Katja Burkhardt auf Sendung, aber da geht es mehr um Boulevard. Respekt vor Boulevardthemen, das muss man auch beherrschen, aber bei uns stehen andere Dinge im Vordergrund.

Wen bevorzugst Du als Zuschauerin? Harald Schmidt oder Stefan Raab?

-Harald Schmidt.

Thomas Gottschalk oder Günter Jauch?

-Gottschalk.

Johannes B.Kerner oder Reinhold Beckmann?

-Ehrlich gesagt keinen von beiden.

Durch die Ansage beim MDR und auch speziell durch die Moderation von "Sachsen-Anhalt heute" bist Du sehr mit der Region Mitteldeutschland verbunden. Würdest Du deine Heimat verlassen, wenn vom Privatfernsehen wie RTL oder Pro7 ein lukratives Angebot käme? Wärst Du dann bereit nach Köln oder München zu gehen?

-Meine Homebase ist mir absolut wichtig, ich kann es mir nicht vorstellen. Das arbeiten macht spass hier beim MDR. Ich habe meine Sendungen und bin glücklich hier. Und ich denke mal, das bei den Privaten ein ganz anderer Wind weht...

Was sollte denn dringend mal wiederholt werden im Fernsehen?

-Ich hab mir immer gewünscht "Die Frau hinterm Ladentisch" nochmal zu sehen, aber das wurde ja nun gesendet...

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Anja. Es war sehr interessant und hat Spaß gemacht!

-Ja, ich bedanke mich auch. Und jetzt gucke ich mir nochmal die Homepage an. Danke für den Besuch!

Das Interview führte Marcel Schenk im MDR-Landesfunkhaus Magdeburg im Juli
2006




Karima Ortani

Liebe Karina, wie bist Du zum Fernsehen gekommen?

Oh, das ist eine lange Geschichte. Ich versuche mal die Kurzfassung: Mitte der 80er Jahre haben wir in Hagen Kabelfernsehen bekommen. Und ich habe seitdem immer RTL geguckt, ich fand RTL damals den "tollsten Sender". Für mich stand fest, das ich mal bei RTL arbeiten möchte. Ich habe dann mein Abitur gemacht und in Bochum Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert. Dann bekam ich die Chance in der Aufnahmeleitung für die SAT.1 Quizshow "Bingo" mit Wolf-Dieter Hermann zu arbeiten. Das fand ich auch alles Klasse, aber ich wollte ja unbedingt zu RTL....Ich habe mich also bei RTL beworben und 1991 ein Praktikum bei "Explosiv" bekommen. Das war sozusagen mein Einstieg bei diesem Sender. Ich habe dann für "Exclusiv" mit Frauke Ludowig gearbeitet (denn Klatsch und Tratsch sind Themen die mich begeistern!), war für verschiedene Produktionsfirmen und Redaktionen tätig, hab u.a. für den "Bachelor" und "Peking Express" gearbeitet. Ende der 90er war ich für die Sendung "Mein Morgen" bei RTL vor der Kamera. Diese Sendung hat mir viel Spaß gemacht. Dann kam ein Casting für "Einsatz in 4 Wänden" und nun bin ich zusammen mit Almuth und Tine als Wohnexpertin für RTL im Einsatz.

Du wärst also in der Lage, ein Regal von IKEA ohne fremde Hilfe aufzubauen?

Das war ich schon lange vor dem "Einsatz in 4 Wänden"...Die Beschreibungen, die da immer beiliegen - die brauche ich nicht!

Nun bist Du also die dritte im Bunde, nach Tine und Almuth. Tine ist inzwischen in der RTL Prime-Time gelandet und verschönert statt einem einzelnen Zimmer in den Special-Sendungen ganze Häuser. Wäre das ein Format, das Dich auch reizen würde?

Das wäre natürlich nicht schlecht. Aber jetzt bin ich erstmal in der Daytime und auch glücklich damit. Mit dem anderen hab ich mich noch überhaupt nicht beschäftigt.

Wie unterscheidet sich "Einsatz in 4 Wänden", Deiner Meinung nach, von anderen (ähnlichen) Formaten wie "Do it yourself SOS"?

"SOS" ist ja jetzt eingestellt worden, deswegen sind wir schonmal erfolgreicher.... Wie unterscheiden wir uns? Wir geben jetzt nicht großartig "Tipps" wie man was macht. Wir sind kein Handwerkermagazin, eher Lifestyle. Wir sind mehr für das "schöne". Man kann hinterher gucken wie es aussieht und nimmt sich selber seine Tipps daraus mit.

Wenn Du jetzt selber bei Dir zu Hause umstylen möchtest - in wessen Hände würdest Du deine eigenen 4 Wände geben? In Tines? Oder in Sonya Kraus' Hände?

In meine eigenen. Nur in meine! Weil ich definitiv klare Vorstellungen hab wie es dann später aussehen soll.

Deine Freizeit ist als Mutter und neue "Einsatz in 4 Wänden"-Moderatorin momentan recht spärlich, aber wenn Du mal Zeit zum Fernsehen findest, was fesselt Dich an den Bildschirm?

CSI Las Vegas.

Auch die anderen CSI-Formate?

Also "CSI New York" mag ich nicht so, das ist mir zu düster und brutal. "CSI Miami" ist ok, aber Las Vegas mag ich am liebsten. Auch "Monk" liebe ich! Allgemein interessieren mich amerikanische Serien. "OC California", "Smallville"...

Und wo zappst Du hingegen sofort weiter? Was interessiert Dich gar nicht?

Talkshows! Ich mag diese Daily-Talks nicht.Und die Masse an Gerichtsshows finde ich auch inzwischen zuviel. Ich stehe halt eher auf Soaps.

Kannst Du dich an die Ansage-Ära bei RTL erinnern (als Zuschauerin)?

Bei RTL nicht mehr so, aber beim ZDF erinnere ich mich noch gut an die Ansagerinnen. Besonders Birgit Schrowange ist mir als Fernsehansagerin im Gedächtnis geblieben. Das war für mich DIE ANSAGERIN.

Könntest Du dir vorstellen, so wie andere Moderatorinnen, auch als Schauspielerin zu arbeiten?

Nein, gar nicht.

Auch keine Gastauftritte?

Also eine kleine Gastrolle in "GZSZ", wo ich eine Dekorateurin oder so spiele, ja sowas vielleicht. Aber ansonsten lieber Moderation statt Schauspielerei.

Welche Tipps würdest Du jungen Leuten geben die unbedingt zum Fernsehen wollen?

Es ist total schwer mittlerweile. Ich hatte es da einfacher Anfang der 90er Jahre. Man sollte sich als Praktikant bewerben, aber auch da sind die Wartezeiten inzwischen teilweise sehr lang...Ich würde auch bei einer Produktionsfirma anfangen und erst dann zu einem Sender gehen.

Dann folgen jetzt die bekannten "Auswahlfragen"...

Ja, das hab ich bei den Interviews gesehen.

Harald Schmidt oder Stefan Raab - Wen siehst Du lieber?

Also da muss ich keine Milliardste Sekunde Nachdenken: Harald Schmidt! Definitiv!

Gottschalk oder Jauch?

Jauch.

Nochmal zu "Einsatz in 4 Wänden":Wie würdest Du reagieren, wenn einer Familie die Umgestaltung des Zimmers gar nicht gefällt? Wenn sie die Farben scheußlich finden oder die Möbel nun gar nicht den Geschmack der Wohnungsinhaber treffen?

Das ist wirklich eine berechtigte Frage die ich mir schon x-mal selber gestellt habe. Gott sei Dank war ich noch nie in dieser Sitauation... ich wäre zunächst mal sehr traurig. Wir besprechen aber im Vorfeld der Sendung natürlich mit den Bewerbern die möglichen Farben usw. Und wenn jemand sagt das er "grün" überhaupt nicht mag, dann würden wir diese Farbe auch nicht in unsere Renovierung einfliessen lassen.

Wie lange kannst Du dir vorstellen, dieses Format jetzt zu moderieren?

Also ich kann mir nicht vorstellen, es die nächsten 10 Jahre zu machen, aber die nächsten 9! Ich habe natürlich noch meine kleine Tochter und die möchte ich nicht vernachlässigen. Aber das Team ist gut eingespielt und solange es Spaß macht... ich kann mir das also sehr gut die nächsten Jahre vorstellen!

Vielen Dank für dieses Gespräch und viel Erfolg mit "Einsatz in 4 Wänden", liebe Karima!

Vielen Dank, Marcel.

Das Interview führte Marcel Schenk im Mai 2006 während einer Drehpause am Set von "Einsatz in Wänden"



Babette Einstmann
(c)ZDF

Liebe Babette Einstmann, Sie sind selber als Zuschauerin mit den ZDF-Ansagerinnen "aufgewachsen", haben Victoria Voncampe, Elke Kast und Mady Riehl am Bildschirm gesehen. Wie ist dann das Gefühl, wenn man plötzlich selber beim ZDF diese Funktion ausübt und all die bekannten Fernsehgesichter Kolleginnen sind?

Ja das ist eine gute Frage, ich kannte all diese Ansagerinnen tatsächlich schon als kleines Kind. Es ist schon "komisch" am Anfang, es war alles ein bißchen "unwirklich". Ich war ja vor der ZDF-Ansage schon beim Privatfernsehen gewesen, während des Kabel-Pilotprojekts. Ich wurde dann aus 5000 Bewerbern ausgewählt, obwohl ich gar nicht so scharf auf den Job "Ansagerin beim ZDF" war. Mein Studium hatte grad begonnen und ich wollte eigentlich nur mal gucken "wie meine Aktien so stehn"....Dadurch war es für mich einfacher mit der Sache umzugehen.

Ende der Achtziger wurden Sie von den Zuschauern zur beliebtesten ZDF Programm-Moderatorin gewählt...

Ja, das freut einen natürlich sehr. Für mich war es ein Studentenjob, ich musste mein Studium finanzieren. Und es ist ein prima Sprungbrett gewesen, dafür bin ich sehr dankbar.

Im April 2000 sprach Angelika Wende die letzte ZDF-Ansage. Seitdem gibt es nur noch Trailer. Sie haben die Ansage aber schon einige Jahre vor dem eigentlichen Ende verlassen. Hatten Sie eine Vorahnung, das die Programmansage auch beim ZDF keine Zukunft mehr hat?

Ich hab schon relativ am Anfang meiner Ansagezeit auch Sendungen im ZDF moderiert, u.a. 7 Jahre lang die "Knoff-how-Show", "Aus unseren Ateliers" und hab somit die Ansage schon damals Stück für Stück verlassen.Durch Journalismus-Studium habe ich ein Vierteljahr im Auslandsstudio London gearbeit. Ich hab die Ansagen immer kleiner gefahren, wollte aber noch nicht ganz aufhören weil es eigentlich damals ein ganz sicheres Standbeim war. Aber irgendwann habe ich mich auch dazu entschlossen, die Ansage ganz zu verlassen und mich anderen Aufgaben zu widmen.

Wie empfinden Sie selbst als Zuschauerin das reinweg mit Trailern beworbene ZDF-Programm?

Ich bin ja immer ein Befürworter der Ansage gewesen, nicht weil ich selbst darin gearbeitet habe, sondern weil ich es als eine sehr persönliche und angenehme Möglichkeit empfinde, den Zuschauer auf bestimmte Dinge hinzuweisen. Wir Ansagerinnen waren ja immer auf "Bereitschaft", um bei aussergewöhnlichen Ereignissen einzuspringen und den Zuschauer zu informieren. Ich hab mich auch als Zuschauer darüber gefreut.

Auf www.Fernsehansager.com gibt es eine Umfrage zum Thema "Auf welchem Sender sollen die AnsagerInnen ein Comeback feiern?". Und da ist das ZDF, neben dem NDR, immer ganz weit vorne.

Ja, ich muss aber sagen das die erste Riege der ZDF Ansagerinnen, ob jetzt Elke Kast, Victoria Voncampe, Mady Riehl oder Jutta Arzt - das waren schon echte "Stars". Als ich beim ZDF angefangen habe änderte sich das Bild der Ansagerin so langsam. Das ZDF wollte eine "verjüngung" (deshalb haben die uns ja auch genommen) und man gab dem ganzen einen neuen Namen: Programm-Moderation. Insofern denke ich man hatte versucht eine Revolution einzuführen, es ist aber nicht so gelungen. Dieser Status der früheren Ansagerinnen blieb unerreicht.

Das letzte On Air Design der ZDF-Ansagen, also in den Jahren 1998-2000, empfand ich als sehr modern und optisch gut umgesetzt.

Es ist interessant, wie oft sich das Bild des ZDF gewandelt hat, allein in der Zeit seit ich beim Sender bin. Wir haben immer viel Wert auf das Image/das Erscheinen gelegt. Ich denke aber, das haben meine Vorgängerinnen in der Ansage genauso getan. Es waren "Ikonen", zu der Zeit gab es nur 2 Sender. Unsere Aufgabe war ja immer, die Sendungen zu "verbinden". Und allzusehr sollte ein Studio oder Kleidung davon nicht ablenken.

Hatten Sie auch Ambitionen, wie Ihre damalige Ansage-Kollegin Birgit Schrowange zum Privatfernsehen zu wechseln?

Ich muss sagen das Birgit Schrowange eine sehr nette Kollegin ist! Wir haben hier imHause eine sehr schöne Zeit gehabt. Birgit hatte sich sehr um neue Aufgaben beim ZDF bemüht, man hat ihr die Chance aber nicht gegeben. Insofern "musste" sie den Sender wechseln. Es war damals ja auch ein großes Risiko. Ich freue mich sehr, das sie es geschafft hat und bei RTL so erfolgreich moderiert. Bei mir muss ich sagen das ich das große Glück hatte, diese Chancen zu bekommen. ich durfte die "Knoff-how-Show" moderieren, durfte mein Studium neben der Ansage beenden, habe viele neue Formate moderieren dürfen und bin sehr glücklich nun in die Chefredaktion wechseln zu können. Die Sendung "Drehscheibe Deutschland" macht mir riesig Spaß. Insofern hatte ich nicht die Zwangslage wechseln zu müssen. Es gab Angebote anderer Sender, aber ich mag die Philosophie des ZDF und bin sehr gerne hier.

Man hatte als Zuschauer immer den Eindruck, das Dieter Thomas Heck einen besonders guten Draht zu den ZDF Ansagerinnen hat.Die Live-Schalten in den Abend-Vorschauen waren immer von einem besonderen Flair begleitet. Gab es da eine besondere "Verbindung"?

Ja. Ich weiß nicht ob es nur zwischen den Ansagerinnen und Dieter Thomas Heck so war, aber Dieter ist ein Urgestein. Er ist ein großer Familienmensch und ich freue mich noch heute wenn ich ihn sehe. Ich schätze ihn sehr. Er hat sich immer bemüht, die "Personalisierung" hoch zu halten. Er steht hinter dem ZDF. Er hat sich immer bemüht zu fragen "wer ist denn grad in Mainz im Dienst". Und dadurch bekamen wir Ansagerinnen einen Namen.

Wenn das ZDF zur Ansage zurückkehren würde, wären Sie wieder dabei?

Nein, ich gehe nie zurück. Ich gehe immer nach vorne, das ist meine Lebensdevise. Ich habe diesen Schritt bewusst gewählt und bin der Meinung man muss sich auch weiterentwickeln. Das heißt nicht, das ich die Ansagen nicht gerne gemacht habe. Aber eben zur damaligen Zeit.

Welche Chancen haben heute junge Talente, die gerne vor der Kamera arbeiten möchten? Das "Sprungbrett" Ansage gibt es ja nicht mehr...

Gute Frage, vielleicht als Wetter-Fee? Ich denke man kann sich immer bewerben. Hier imn Hause werden alle Bewerbungen gelesen. Ich habe damals eine Anzeige in der HÖRZU gelesen, das Ansagerinnen gesucht werden. Wichtig ist aber, das man eine journalistische Ausbildung hat. Auch gerade als Sprungbrett von dem Sie gerade sprachen. Man muss irgendwo ein Fundament haben.

Bei welchem TV-Format bleiben Sie dran und wo schalten Sie als Zuschauer sofort um?

Ich bin erstmal an allem interessiert, aber speziell bei Nachrichten bleibe ich dran. Ich kann gar nicht abends ins Bett gehen bevor ich nicht die letzten Nachrichten gesehen habe und morgends nach dem Aufstehen sehe ich direkt die ersten. Ich liebe Krimis, Dokumentationen und ich mag Tiersendungen. Volkstümliche Musiksendungen, da würde ich nicht unbedingt dranbleiben, wenngleich diese mit viel Liebe produziert werden und ein großes Publikum ansprechen.

Ihr Schwächeanfall vor laufender Kamera bei "Drehscheibe Deutschland" wurde von Stefan Raab in "TV Total" ziemlich "gepusht". War Ihnen das überhaupt recht, das es immer wieder und immer wieder gezeigt wurde?

Wenn man eine öffentliche Person ist muss man mit allem rechnen. Dieser Schwächeanfall war sicherlich etwas, das ich nicht geplant hatte. Ich war damals in der 6.Woche schwanger mit meiner Tochter, insoweit also ein freudiges Ereignis. Die Tatsache das ich in Ohnmacht gefallen bin war mir
furchtbar peinlich. Ich hab auch gedacht "um Gottes Willen, was ist dir da passiert". Wenn ich es mir heute anschaue, sehe ich es "positiv", es hätte weit schlimmeres passieren können weil ich auf diesen Glastisch gefallen bin. Ich hab mein Kind nicht verloren, es gab keine Narben. Sehr viele Zuschauer haben damals besorgt hier im ZDF angerufen und wollten wissen wie es mir geht. Das ging mir sehr ans Herz. Ich find es von mir aus wichtig, es klarzustellen "Kinder, war peinlich. Ihr könnt ruhig darüber lachen, es macht mir nix. Es ist passiert und gehört nun mit zu meinem Leben". Und ich muss sagen das Stefan Raab es auf eine sehr nette Art gemacht hat. Ich bin zu "TV Total" gegangen, hab klargestellt was da genau passiert ist und habe den "Raab der Woche" bekommen.

Nun die allseits bekannten "Auswahl-Fragen". Wer ist Ihnen lieber? Gottschalk oder Jauch?

Gottschalk.

Harald Schmidt oder Stefan Raab?

Ich war bei Harald Schmidt eingeladen, ich war bei Stefan Raab eingeladen. Beide sind unterscheidlich, beide sind brilliant. Da lasse ich mich nicht festlegen. Ich liebe sie beide!

Christiansen oder Illner?

Illner, ganz eindeutig. Ich mag ihre Art wie sie fragt.

Die "Drehscheibe Deutschland" hält sich quotenmäßig sehr gut, trotz der Konkurrenz mit Katja Burkhardt und "Punkt 12".

Konkurrenz belebt das Geschäft und RTL macht das auch sehr gut, die haben auch ihr Zielpublikum. Wir bemühen uns natürlich den öffentlich-rechtlichen Auftrag beizubehalten und die Zuschauer danken uns das.

Mein persönliches "Highlight" in den Drehscheibe-Sendungen sind Ihre Gespräche mit Wolfgang Büser...

Da sprechen Sie mir aus der Seele, das liebe ich auch. Herr Büser ist
Einzigartig.

Liebe Babette Einstmann, ich bedanke mich für das Gespräch!

Ich danke auch!

Das Interview führte Marcel Schenk beim ZDF in Mainz, April 2006



Judith Reinartz - "Blitz-Interview"

Liebe Judith, Sie waren als Ansagerin bei RTLplus und für den ARD-Vorabend tätig. Inwiefern hat sich die Arbeit bei den beiden Sendern unterschieden?

Die Vorbereitung bei RTL war wesentlich umfangreicher, Recherche für den Inhalt der Ansagetexte, Konzeption und Verfassung der Texte. Dort war ich als Moderatorin viel mehr redaktionell eingebunden. Beim WDR waren die Texte redaktionell vorgegeben. Dafür waren alle Ansagen live, was ganz besonders bei der Umschaltung zu den Hauptnachrichten manchmal eine Herausforderung war.

Wo können die Zuschauer Sie aktuell im TV sehen?

Aktuell kann man mich nicht im TV sehen, was nicht zuletzt daran liegt das ich im August mein erstes Kind erwarte und mich gerade voll und ganz auf die Schwangerschaft konzentriere. Aber ab Herbst 2006 kann man wieder mit mir rechnen, und dann lasse ich Sie und meine Fans natürlich wissen wo und wann.

Sie konnten auch als Schaupielerin überzeugen. Was ist Ihnen lieber? Moderation oder Schauspielerei?

Was ich mache, mache ich hunderprozentig, egal ob Schauspiel oder Moderation. Ich liebe beide Berufe gleichermaßen und sie decken meine unterschiedlichen Neigungen und Talente sehr gut ab.

Glauben Sie, das die TV-Ansage ein Comeback im deutschen Fernsehen schaffen kann?

Nein, ich glaube nicht an ein Comeback. Die Struktur des Fernsehens hat sich seit meiner Zeit bei RTL sehr verändert. Schnelllebigkeit ist heute die Devise Insgesamt ist Fernsehen, auch durch den Wegfall der Ansagen, wesentlich unpersönlicher geworden.

Vielen Dank für dieses Interview und weiterhin Alles Gute, Liebe Judith!



Gregor König

Lieber Gregor, Du hast in den 80er Jahren das "Quiz nach Quoten" beim ZDF moderiert. Wie wird man dann, als ZDF-Quizmaster, zum Programmansager bei RTLplus?

Ich komme von der Musik, habe jahrelang beim WDR Hörfunk die "Pop-Session" gemacht, führte Interviews mit Musikgrößen wie den Rolling Stones und war mit Elton John auf Tour. Und schließlich kam dann der Wechsel vom Hörfunk zum Fernsehen, zurnächst zur ARD. Der WDR hatte ein Quiz namens "Jackpot" das ich moderierte. Dieses lief dann aus und wie der Zufall es will hatte die Witwe von Hans Rosenthal eine Ausgabe gesehen. Sie suchte einen Moderator für ein neues Quiz beim ZDF, das "Quiz nach Quoten". Nach 1 1/2 Jahren lief auch diese Sendung aus. Dann kam mir meine lange Redaktionszeit bei Biolek zu Gute. Ich hatte bei Bio als Musikredakteur gearbeitet. Der verantwortliche Redakteuer von "Mensch Meier" war zu RTL, damals noch RTLplus, gewechselt. Dort suchte man einen neuen Programm-Ansager.Man bot mir an, 6 Tage die Woche das Programm von RTLplus zu präsentieren. Ich kam für den Ansage-Kollegen Uwe Hübner, der zum ZDF wechselte. Es war eine wunderbare Lehrzeit. Ich konnte live, ohne Teleprompter, die selbstgeschriebenen Ansagetexte präsentieren. Bis 1992. Dann wurden die Ansagen, wie auf www.Fernsehansager.com dokumentiert, eingestellt. Für den Ruhestand war ich zu jung und so wurde ich zur "Stimme von RTL".

Michel Weber und Du, Ihr wart die letzten beiden Ansager bei RTLplus...

Ja, das stimmt. Michel wurde dann zum "RTL-Reporter" und wechselte einige Zeit später zu SAT 1. Ich durfte bleiben und hatte mein TV-Comeback vor der Kamera als Ringsprecher bei den Boxübertragungen von RTL.

Gibt es Versprecher/Pannen bei den Live-Ansagen, an die Du dich erinnern kannst?

Nicht das ich wüßte. Ich war immer pünktlich, der Hörfunk war da eine sehr gute Schule. Wenn Du beim Radio 5 Minuten zu spät kommst ist die Sendung "weg". Das ist die ultimative Live-Situation. Und auch heute noch mache ich "Hörfunk beim Fernsehen", als Programmbegleitende Stimme von RTL.

Hast Du noch Kontakt zu den RTLplus-Ansage Kollegen?

Wenig. Michel Weber sehe ich ab und an. Hier auch ein Gruß an den Kollegen von n-tv der seine Sache dort hervorragend macht!

Wie war das Gefühl als RTLplus 1992 die Ansagen recht plötzlich einstellte?

Ungewöhnlich. Aber ich hatte ja das große Glück weiter dabei bleiben zu dürfen. Ich bin nun seit 16 Jahren bei RTL und fühle mich sehr wohl.

Michel Weber kehrt zurück nach Köln, vor die Kamera bei n-tv. Kommen da nicht auch bei Dir Ambitionen, selbst wieder vor der Kamera zu moderieren?

Ich habe meine Zeit gehabt und diese sehr genossen. Aber nun reichen mir meine gelegentlichen Gastauftritte vor der Kamera. Sie sind sozusagen der "Zucker im Kaffee".

Bei welchen Trailern/Abspännen hört man Dich aktuell regelmäßig im RTL Programm?

Regelmäßig beim Abspann von "Einsatz in 4 Wänden", bei allen Sportübertragungen, jeden Abend bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (seit nunmehr über 3400 Episoden!), bei "Deutschland sucht den Superstar", bei begleitenden Aktionen wie dem "24 Stunden Spendenmarathon" und auch nachmittags beim "Strafgericht". Jedoch nicht bei Spielfilmen, hierfür haben wir Kollegen die diese Trailer vertonen.

Wäre ein Comeback der RTL Ansage möglich?

Wenn RTL 25 jähriges Jubiläum feiert, 2009, dann vielleicht im Rahmen einer Silvester-Sondersendung... Das wäre dann vom Alter her eine Runde wie "7 Tage, 7 Köpfe"...

Welche Sendung hat bei Deiner Fernbedienung keine Chance? Wo zappst Du sofort weiter?

Alle Telefonverkaufssendungen kriegen von mir ein klares "No", alle Sportsendungen hingegen ein deutliches "Ja"!

Wen siehst Du lieber im TV? Gottschalk oder Jauch?

Jauch.

Kerner oder Beckmann?

Weder noch.

Schmidt oder Raab?

Schmidt.

Hättest Du mit Deinem Erfolg bei der dritten "Ansage Oskar Wahl" gerechnet? Du hast Vorjahres-Sieger Dénes Törzs deutlich hinter Dir gelassen und bist als Überraschungs-Sieger 2005 aus der Umfrage hervorgegangen.

Dénes Törzs ist ein ganz großartiger, hochverdienter Kollege der zu Recht letztes Jahr die Wahl gewonnen hat. Ich bin glücklich überhaupt zur Wahl gestellt worden zu sein und überwältigt von der Resonanz. Ich bin stolz und dankbar, diese Wahl gewonnen zu haben und freue mich das den Zuschauern meine Arbeit als "Stimme RTLs" gefällt und sie mich gerne hören.

Lieber Gregor, herzlichen Dank für dieses Gespräch.

Ich habe zu danken. Danke Marcel und Lob für die Homepage!

(Das Interview führte Marcel Schenk im Dezember 2005 in der RTL-Sendeleitung)



Heidrun von Goessel

Liebe Frau von Goessel, können Sie sich noch an Ihre allererste Programmansage erinnern?

Ja, das kann ich! Es war am 04.12.1970. Wir hatten im Studio noch die Tische, an denen wir bei den Ansagen saßen. Ich habe eigentlich keine nassen Hände, aber nach der ersten Ansage konnte man meine Fingerabdrücke auf dem Tisch sehen.

RTLplus  ersetzte als erster deutscher Sender Anfang der 90er Jahre die Programm-Ansagen durch Trailer - hätten Sie damals geahnt das dieTrailer seitdem den Siegeszug antreten würden?

Nein. Das hätte ich in dieser Form nicht gedacht. Allerdings habe ich mich Mitte der 90er Jahre, als unsere Ansagen im ersten Programm (ARD) eingestellt wurden, schon gefragt "wie lange es im dritten Programm noch gut geht"...

Sie reisen gerne. Gibt es ein Lieblingsziel?

Ja. Neuseeland. Dort waren wir letztes Jahr 7 Wochen. Einfach traumhaft...

Früher haben Sie im dritten Programm auch Nachrichten verlesen...

Ja, das ist richtig. Damals wurde noch nicht 24 Std-durchgesendet und es gab Nachrichten zum Programmschluß. Außerdem habe ich beim "Schleswig Holstein Magazin" Nachrichten selbst verfasst und vorgetragen.

Hatten Sie nie Ambitionen, auch Tagesschau-Sprecherin beim NDR zu werden?

Ich habe einmal die Tagesschau gesprochen. Ein Sprecher ist nicht erschienen und da bin ich eingesprungen. Das hat auch alles wunderbar geklappt, ich habe die Texte zweimal durchgelesen und konnte sie auch fehlerfrei sprechen. Aber Karl-Heinz Köpke sagte damals zu mir: "Heidrun, der Sprecher muss immer hinter der Nachricht zurückstehen. Und Sie sind zu dominant". Das mußte ich so aktzeptieren.

An der Seite von Wilhelm Wieben und Dénes Törzs konnte man Sie in einem Sketch erleben. Könnten Sie sich vorstellen, an einem Comedyformat mitzuwirken?

Ja, das könnte ich mir durchaus vorstellen!

Bei Ihrer letzten Ansage im NDR Fernsehen haben Sie den Zuschauern ein "Wiedersehen an anderer Stelle" angekündigt. Können Sie schon etwas über Ihre neue Sendung verraten?

Ich möchte nicht zuviel vorab verraten. Aber es wird ein Wiedersehen geben!

Sie hatten Gastauftritte in beliebten Serien wie z.B. "Großstadtrevier" - in welcher aktuellen Serie würden Sie gerne mitspielen?

In der Krankenhaus-Serie "In aller Freundschaft". Diese Serie sehe ich sehr gerne.

Sie sind nicht nur Schauspielerin und Moderatorin, sondern auch Sängerin.

Ja, das ist richtig. Ich habe einige Schlager-CDs veröffentlicht. Persönlich bevorzuge ich eher Chansons, aber ich stehe voll und ganz hinter einem meiner Titel: "Die Dame ohne Unterleib". Da weiß sofort jeder, wovon ich singe.

Beim Song "Renate von Stich" haben Sie Udo Lindenberg als Sprecherin begleitet. Wie war die Zusammenarbeit mit dem "Panik-Rocker"?

Ich mag Udo einfach. Er hat mich angerufen und gebeten ins Studio zukommen. Er hätte da einen neuen Song und ich sollte darin einige Sätze sprechen.

Und dann kam der Satz "Stellenweise Hodenfrost" und sorgte für mächtig Gerede in Presse und TV...

Eigentlich sollte ich "Stellenweise Bodenfrost" sagen, aber ich mußte lachen und kam ins stocken. Man hat das dann herausgeschnitten und es klang wie "Hodenfrost". So ließ man es im Song und einige Leute waren wohl "schockiert" soetwas von mir zu hören.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Ansage-Kollegen Hanni Vanhiden, Dénes Törzs oder Andrea Müsse vom NDR?

Eigentlich nicht. Mit Andrea Müsse habe ich einige Male telefoniert...

Wie haben Sie die Situation empfunden, als der NDR Sie und Ihre Ansage-Kollegen ins Tagesprogramm "versetzt" hat?

Man konnte uns nicht so schnell "komplett abschaffen" und durch Trailer ersetzen. Deshalb wurden wir am Abend durch Trailer ersetzt und sind ins Tagesprogramm gewechselt.

Angenommen die "TV-Ansagen" würden wieder eingeführt - könnten Sie sich vorstellen, wieder dabei zu sein? Oder ist das Kapitel "TV-Ansage" für Sie abgeschlossen?

Wenn ich dem Zuschauer wirkliche Zusatzinformationen liefern dürfte und nicht nur "Trailer-Ersatz" wäre - dann würde ich wieder ansagen.

Ihre Fans haben wild spekuliert: "Welche Fernsehzeitschrift liest Heidrun von Goessel?". Das Ergebnis war eindeutig: Entweder "HÖRZU" oder "TV Hören und Sehen" - eine dieser beiden Zeitschriften haben Sie bestimmt im Abonnement... Klären sie uns bitte  auf - Hatten wir Recht?

Sie werden es nicht glauben: ich hatte tatsächlich die "HÖRZU" viele Jahre im Abonnement. Aber nun haben wir seit einiger Zeit "TV Today".

Welchen Moderator sehen Sie lieber im TV? Beckmann oder Kerner?

Ich mag sie beide. Aber Beckmann geht noch mehr ins detail, ist manchmal "näher dran". Deshalb würde ich mich hier für Beckmann entscheiden.

Christiansen oder Maischberger?

Die Maischberger ist politisch so fit - das könnte ich gar nicht. Sabine Christiansen - das sind mir zu sehr die "Redaktions-Fragen" die abgearbeitet werden. Hier also: Maischberger.

Gottschalk oder Jauch?

Thomas Gottschalk ist eine Moderations-Ikone. Der ist einfach Klasse. Günther Jauch ist der Einfühlsamere.

Viele Moderatoren, die ich interviewt habe, mögen Harald Schmidt sehr gerne...

Nein, also das ist so gar nichts für mich. Harald Schmidt habe ich jetzt auch einige Male in der ARD angeschaut - aber diese Art der Moderation mag ich nicht.

Wußten Sie, das alte Autogrammkarten und Titelblätter von Ihnen im Internet (z.B. bei "ebay") richtig hoch gehandelt werden?

Nein? Ehrlich? Das wußte ich gar nicht. Da muß ich auch mal im Internet nachschauen...

Ich bedanke mich für dieses nette Gespräch und wünsche Ihnen "Alles Gute" und "Viel Erfolg" für Ihre neue Sendung. Herzlichen Dank, liebe Frau von Goessel!

Ich bedanke mich auch. Es hat mir Spaß gemacht. Ich freue mich sehr, das es im Internet so viele Fans gibt, die sich mit uns Ansagern beschäftigen. Herzlichen Dank!

Das Interview mit Heidrun von Goessel führte Marcel Schenk am 03.März 2005 im Hamburger "Dorint"-Hotel. Das ganze Gespräch dauerte über 60 Minuten, so das an dieser Stelle nur ein Auszug veröffentlicht werden kann.


Bernd Henke

Lieber Bernd Henke, wie sind Sie zum Fernsehen gekommen?

Am liebsten wäre ich entdeckt worden. Da dies nicht geschah, hab ich mich ganz unspektakulär beim Fernsehen beworben.

Wo können die Zuschauer Sie zur Zeit im TV sehen?

Derzeit stehe ich nicht vor der Kamera. Zu hören bin ich neben dem "Deutschlandradio" beim "rbb-Fernsehen" als Sprecher. Bei letzterem bei den Programmtrailern.

Welche TV-Sendung würden Sie gerne moderieren?

Da kann ich mir so einiges vorstellen: Ein Garten- oder Tiermagazin beispielsweise.

Wer ist Ihr(e) Lieblingsmoderator(in) im deutschen Fernsehen?

Auch wenn er nicht im eigentlichen Sinne "Moderator" ist, fällt mir Harald Schmidt ein.

Welche TV-Sendung hat bei Ihrer Fernbedienung keine Chance? Wo zappen Sie weiter?

Ehrlich gesagt bei Sportsendungen, da werde ich lieber selbst aktiv. Da ich einen Wohnsitz an der Ostsee habe ist dies sehr gut möglich. Ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs und schwimme in der Ostsee (fast das ganze Jahr hindurch).

"Trailer" oder "Ansage" - Was sehen Sie lieber?

Wenn Sie mir die Frage als Zuschauer stellen, der ich ja auch bin, dann möchte ich weder auf eine Programmansage noch auf einen Trailer verzichten. Die richtige Mischung macht es.

Haben die "Ansagen" überhaupt noch eine Chance im dt. Fernsehen?

So wie es im Moment aussieht, wohl eher nicht. Doch wer weiß....?

Vielen Dank für die Beantwortung dieser Fragen, lieber Bernd Henke! Sie können nun noch ein paar Worte an die LeserInnen dieser Homepage richten:

Gern möcht ich Ihnen, lieber Marcel Schenk, an dieser Stelle Danke sagen für Ihr Engagement bei "Fernsehansager.com". Hier werden Interessierte (und davon gibt es offensichtlich jede Menge!) rund um das Thema immer fündig!


Bernd Henke (2.Interview)

Lieber Bernd Henke, seit unserem letzten Interview sind fast 2 Jahre vergangen. Was hat sich beruflich bei Ihnen verändert? Wo können die Fans Sie hören bzw sehen in Funk und Fernsehen?

Auch wenn es nicht sehr spektakulär klingt, aber seitdem hat sich beruflich bei mir im Grunde nicht viel geändert. Nach wie vor arbeite ich für das rbb-Fernsehen, spreche dort vorwiegend die Programmtrailer. Außerdem bin ich seit 10 Jahren für den Hörfunk (Deutschlandradio) tätig.

Im Fernsehen feiern viele Formate nach einigen Jahren Comebacks. Die klassiche "Quizshow" galt lange Zeit als "Tod", bis Günter Jauch mit "Wer wird Millionär" riesige Erfolge verbuchen konnte. Glauben Sie, das die TV-Ansage (in moderner Form) mit den passenden Gesichtern auch eine Comeback-Chance hat?

Beim Fernsehen ist es - ein halbes Jahrhundert nach seiner Einführung - inzwischen offenbar wie in der Mode: Alles war irgendwie schon mal da, alles kehrt irgendwann einmal zurück. Warum also nicht auch die TV-Ansage?!

Haben Sie noch Kontakt zu den ehemaligen SFB-Kolleginnen und Kollegen der Programm-Ansage, wie z.B. Ute Boy oder Katja Künne?

Leider nicht! Und das LEIDER ist durchaus ernst gemeint. Andererseits geht das Leben weiter, jeder muss nach vorn schauen, sich neu orientieren oder genießt ganz einfach seinen Ruhestand. Wenn sie nach Ute Boy fragen, sie war ja bei der Fusion von SFB und ORB bereits im wohlverdienten Ruhestand, ebenso wie Renate Bauer, Beate Menner folgte 2004. Alle drei Kolleginnen, Profis der "alten Schule", mit denen ich quasi aufwuchs und später zusammenarbeitete, sind mir sehr ans Herz gewachsen. Übrigens kann ich mir aber sehr gut vorstellen, dass wir irgendwann mal zu einem "Klassentreffen" zusammen kommen.

Sie haben nicht nur beim SFB bzw RBB BERLIN das Programm präsentiert, sondern auch einige Jahre zuvor beim Westdeutschen Rundfunk in Köln. Gab es Unterschiede für Sie bei der Arbeit als Ansager zwischen den Stationen?

Tatsächlich begann meine "Karriere" beim Westdeutschen Rundfunk in Köln (das eigenständige 3. Programm des SFB, damals B1, wurde erst 1992 gegründet). Der WDR war mein Sprungbrett und dafür bin ich noch heute dankbar. Unterschiede zwischen den beiden Sendern, was meine Tätigkeit angeht, ja, die gab es. Die größte ARD-Anstalt WDR war natürlich auch was die Erreichbarkeit von Zuschauern betrifft eine Nummer größer als der SFB, was sich zum Beispiel in der Zuschauerpost niederschlug. Bis Anfang der 90er Jahre gab es noch im 1. (bundesweiten) Programm Ansagen, da war es durchaus normal, dass während einer "Tatort"-Anmoderation mehr als 10 Millionen Zuschauer vor den Fernsehern saßen. Beim Sender Freies Berlin ging alles etwas "familiärer" zu - sowohl im Hause selbst, als auch was die Zuschauer-Reichweite betraf. Immerhin war ich hier mehr eingebunden und konnte mich auch mal über die "klasssische" Ansage hinaus ausprobieren ("Glückssterne", "Binfo"-Magazin, Nachrichten etc.).

Sie sind kein gebürtiger Rheinländer, aber vielleicht vermissen Sie Köln und Umgebung ja auch etwas?

Ja, natürlich denke ich immer wieder mal an das Rheinland. Viele schöne Erinnerungen verbinde ich an meine Zeit dort (nicht nur wegen des WDR!). Und wenngleich ich keinen "Koffer" mehr in Köln habe, so kann ich ja - bei Bedarf - schnell dort sein (schon Dank der "Taxipreise" diverser Airlines).

Welche TV-Formate des letzten Jahres haben Sie als Zuschauer positiv überrascht?

Nächste Frage! Nein im Ernst, mir fällt dazu spontan nichts ein!

Und bei welchen TV-Trends haben Sie lieber ausgeschaltet?

Da ich in der Regel "zielgerichtet" fernsehe, sollte ich vielleicht bessersagen, wann ich AN-schalte! TV dient mir vor allem als Informationsquelle(Nachrichten, Magazine). Grundsätzlich habe ich auch nichts gegen Unterhaltungssendungen, hierbei ertappe ich mich allerdings immer häufigerbeim AUS-schalten.

Vielen Dank für dieses Interview und weiterhin Alles Gute für Sie, lieber Bernd Henke!

Das Interview führte Marcel Schenk im April 2006


Thieß Neubert

Lieber Thieß Neubert, wie bist Du zum Fernsehen gekommen?

Ich habe mir als fünfzehnjähriger eine Videokamera gekauft. Hatte irgendwie immerschon einen Hang zum darstellerischen (Schultheater etc). Über penetrante Anrufe bei Renate Berger (Assistentin von Thomas Herrmanns) habe ich es dann geschafft bei der Fa. Serious Fun im Jahr 1994 ein Praktikum zu beginnen. ch wurde damals durch einen SPIEGEL-Artikel auf Herrmanns "Quatsch Comedy Club" aufmerksam (diesen gabs damals auf PREMIERE zu sehen). Nach diesem Praktikum gings dann weiter mit einem Volontariat bei der TV Firma MME, es folgte Sprech- und Schauspielunterricht, sozusagen meine jetzigen Arbeitsgrundlagen.

Wo und wann können die Zuschauer Dich sehen?

Z.Zt. moderiere ich bei einem kleinen Spartenkanal namens RAZE.TV ! Hier werden allabendlich Pferderennen übertragen. Zu empfangen ist RAZE.TV über Astra Digital. Da Pferderennen sowieso eine Leidenschaft von mir ist fühle ich mich hier sehr wohl.

Welche Sendung würdest Du gerne mal moderieren?

Irgendeine gutgemachte Comedy-Sendung.

Wo zappst Du sofort weiter/schaltest um?

Ich bin ein ganz großer Zapper. Deshalb zappe ich grundsätzlich hin und her!

Ansage oder Trailer - was ist Dir lieber?

Natürlich die klassische Ansage!

Haben Ansagen im deutschen Fernsehen noch eine Chance?

Ich hoffe "ja", glaube es allerdings nicht.

Dein(e) Lieblingsmoderator(in)?

Sonja Zietlow (wie sie in der letzten Dschungel-Staffel die "Stars" verarscht hat, grandios)

Lieber Thieß, vielen Dank für das Interview. Ich wünsche Dir weiterhin VIEL ERFOLG und SPASS bei RAZE.TV ! Falls Du noch ein paar persönliche Worte an die LeserInnen dieser Homepage sagen möchtest...

Huhu, liebe Leser, freue mich sehr über alle Interessierten! Ganz besonderes Lob an Marcel!(Interview: MS, Januar 2005)


Thieß Neubert - 2.Interview

Lieber Thieß, wir können Dich seit einigen Monaten beim Pay TV Sender "Premiere WIN" sehen. Ist Pferdesport noch immer eine Leidenschaft von Dir?

Klar! Mehr denn je, vor allen Dingen freut es mich, daß wir soviele neue Zuschauer von diesem tollen Sport begeistern können!

Deine Auftritte als Comedian (z.B. im Kölner Flanagans) kommen bei den Fans gut an. Konzentrierst Du dich jetzt nur noch auf die Moderation oder dürfen wir uns auf ein neues Solo-Programm im Comedy-Bereich freuen?

Mit der Moderation, die mir natürlich auch sehr viel Spaß macht, verdiene ich meinen Lebensunterhalt. Ich werde aber auch in Zukunft die Comedy nicht vernachlässigen. Der Traum und das Ziel bleibt in der Tat ein eigenes Solo-Programm. Das wird aber bestimmt noch ein bis anderthalb Jahre dauern.

Welches TV-Format des Jahres 2005 hat Dich rückblickend betrachtet am meisten an den Fernseher gefesselt?

Die meiste Zeit verbringe ich ( emotional gefesselt) ehrlich gesagt bei meinen direkten Kollegen von PremiereWIN, denn auch in meiner Freizeit wette ich gerne auf unsere Rennen!

Und von welcher Sendung warst Du enttäuscht?

Sorry, da muß ich passen

Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg bei Premiere WIN!

Das Interview führte Marcel Schenk im April 2006


Markus Tirok

Lieber Markus Tirok, wie bist Du zum Fernsehen gekommen?

wie das Leben so spielt - eigentlich war ich ganz normalrer Redakteur, als ein Moderator kündigte und der Sender Hamburg 1 Fernsehen händeringend einen Ersatz suchte und mich kurzerhand vor die Kamera schob. Nach diesen ersten Aufnahmen haben alle Beteiligten gemerkt, das Markus Tirok vor eine Kamera gehört und nicht dahinter.

Wo und wann können die Zuschauer Dich sehen?

Ich moderiere regelmäßig das "studio eins" in der ARD und präsentiere dort die Daily Soaps aus dem Ersten, interviewe Soap-Stars, spiele und telefoniere mit Zuschauern und hab 'ne Menge Spaß. Dies mache ich im Wechsel mit Christiane Stein und Julia Althoff, so das ich alle drei Wochen vor der "Verbotenen Liebe" und nach dem "Marienhof" zu sehen bin. Und ich moderiere seit Mai 2004 das "RTL Nachtquiz", ein Quizmagazin zur späten Stunde, daß sich gerade in der Sommerpause befindet.

Welche TV-Sendung möchtest Du gerne moderieren?

"Hallo Deutschland" ist eine Sendung, die mich als Zuschauer und als Kollege sehr interessiert und mir schon beim Zusehen Spaß macht. Und so gibt es noch viele andere Sendungen aus dem Magazin-, aus dem Show- und aus dem Talk-Bereich, die ich gerne einmal moderieren möchte.

Welche TV-Sendung schaust Du Dir gerne im TV an?

Ich liebe tatsächlich die "Verbotene Liebe" und lasse mich ansonsten durch gute Filme unterhalten.

Welche TV-Sendung hat bei Deiner Fernbedienung keine Chance?

Bingo. Gruselig!

Dein(e) Lieblings-ModeratorIn im deutschen Fernsehen? (mehrere Nennungen möglich)

Harald Schmidt gehört sicherlich zu den besten, ebenso Günther Jauch.

Bedauerst Du, das es im Fernsehen fast keine AnsagerInnen mehr gibt (sondern nur Trailer)?

Ich finde Programm-Ansagen klasse, insbesondere wenn diese sich bemühen, das verstaubte Image abzulegen und wirklich frisch, informativ und unterhaltsam auf dem Schirm zu erscheinen. Und ich bin mir sicher, daß die Programmansage überleben wird, sich vielleicht neu entdecken muß und dann sich dann zu einem Qualitätsmerkmal entwickeln kann. Das würde ich mir wünschen.

Welche TV-Sendung(en) sollte(n) dringend mal wiederholt werden?

Bitte keine Wiederholungen mehr.

Vielen Dank für die Antworten. Vielleicht möchtest Du noch ein paar Worte an die Besucher dieser Ansager-Homepage richten? Ich bedanke mich schonmal für das Interview und wünsche weiterhin "Viel Erfolg" und "Gute Quoten" im "studio eins" und beim "RTL Nachtquiz"!

Viel Spaß bei der "Verbotenen Liebe" und bei uns im Ersten! Weitere Informationen unter www.tirok.de (Interview: MS, August 2004)


 Diana Schell

Liebe Diana Schell, wie bist Du zum Fernsehen gekommen?

Ganz im Ernst: ich wurde auf der Straße angesprochen. Ein wenig Glück scheint wohl dazu zu gehören. Man fragte mich damals, ob ich mir vorstellen könnte, vor der Kamera zu moderieren und steckte mir eine Visitenkarte zu. Obwohl ich damals schon moderierte (Galas, Veranstaltungen etc) wollte ich dennoch erst "etwas Handfestes" machen (schließlich hatte ich ja gerade mein BWL-Studium in der Tasche) und meldete mich erst 2 Jahre später beim MDR. Und das überraschende für mich damals, man konnte sich sofort an mich erinnern und lud mich zu einem Casting ein. Das wars dann, ab jenem Zeitpunkt änderte sich mein Leben total. Ich hatte Fernseh-Blut geleckt...

Wo und wann können die Zuschauer dich sehen?

Oh das ist ein ungünstiger Zeitpunkt! Ich KÖNNTE, darf aber noch nichts verraten. Nur so viel: Sender: MDR; Sendungen: "TREFF" (hier bin ich die Außenreporterin von Carsten J.W. Weidling), Sendeplatz wird gerade neu festgelegt und....... *grins*

Welche TV-Sendung möchtest Du gerne moderieren?

Bereits laufende Formate zu nennen wäre ein wenig undiplomatisch. Auf alle Fälle wird man mich in Unterhaltungssendungen finden. Große Shows, echte Gefühle, Menschelndes, Unterhaltendes, Interessantes, Witziges und das möglichst entspannt und natürlich - das sind Dinge, die mich an Formaten ansprechen.

Welche TV-Sendung schaust Du gerne im Fernsehen an?

Bei Talkshows schaue ich ziemlich gezielt rein. Menschen, deren Geschichten und schöne Gespräche interessierten mich schon immer; eben Momente die nur das Leben schreiben kann. Bei großen Unterhaltungsshows bleibe ich auch regelmäßig hängen. Ich bin ein Fan der guten, alten großen Show mit all ihren Elementen. Generell sehe ich gern gut gemachte Sendungen, die einen erkennbaren Sinn haben (das ist wahrlich nichts Selbstverständliches), die mich unterhalten und/oder informieren. Ab- oder Umschaltformate sind für mich bisher sämtliche Reality-Shows. Gern schau ich natürlich Sendungen von und mit Leuten, die ich mag, aber auch durchaus von denen, die ich nicht ausstehen kann - man lernt schließlich aus allen Situationen.

Welche TV-Sendung hat bei Deiner Fernbedienung keine Chance?

Oops, da war ich wohl ein wenig zu voreilig. Ja, wie gesagt, Reality-Shows haben's ziemlich schwer bei mir.

Dein(e) Lieblings-ModeratorIn im deutschen Fernsehen? (mehrere Nennungen möglich)

Für mich ist Harald Schmidt der Größte. Punkt! Dann kommt erstmal eine Weile gar nichts. Aber auch Kim Fischer mag ich sehr, genau wie Eva Herman und Bettina Tietjen. Von Carmen Nebel war ich schon als Kind begeistert, dies hat sich bis heute nicht geändert. Götz Alsmann, Christine Westermann, Carsten J.W. Weidling, Elke Heidenreich, Hape Kerkeling, Sandra Maischberger, Charlotte Roche, Dr Franziska Rubin, Barbara Schöneberger, Miriam Pielhau - allesamt Moderatoren, die ich gern sehe. Stefan Raab mag ich nicht unbedingt seiner großen Moderationsfähigkeiten wegen, aber wenn es um Aktionen und deren Vermarktung, um Ideen und deren Umsetzung geht, ist er im deutschen Fernsehen kaum zu schlagen.

Bedauerst Du, das es im Fernsehen fast keine AnsagerInnen mehr gibt (sondern fast nur Trailer)?

Als Zuschauer auf alle Fälle! Kaum etwas ist persönlicher, als von einer/em AnsagerIn für die nächste Sendung eingeladen zu werden oder gute Programmhinweise zu erhalten. Allerdings gab es hier auch immer mehr "Gewäsch", Uninteressantes oder lieblos vorgelesenes. Bei dieser Art der Ansage bin ich um die Existenz der jetzigen Trailer sehr glücklich.

Haben TV-Ansagen überhaupt noch eine Überlebenschance im dt. TV-Markt? Oder werden die Trailer zum Siegeszug antreten?

TV-Ansager/innen werden wir wohl als einen Abschnitt der Fernsehgeschichte sehen müssen. Daher bin ich froh, eine der letzten dieser Branche gewesen zu sein. Ich denke kaum, dass es realistische und Erfolg versprechende Chancen gibt, diese wieder zu beleben. Sie sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Außerdem übernehmen gute Trailer, die ja die persönliche Einladung des Moderators enthalten können, durchaus die Funktion der alten Ansage. Wobei ich es durchaus für möglich halte, dass es vereinzelte Versuche geben kann. Dennoch, die große Ära der TV-Ansagen ist vorbei.

Welche TV-Sendung(en) sollte(n) dringend mal wiederholt werden?

Ich mag keine Wiederholungen. Nicht im Leben und nicht im TV. Alles sollte im Fluss und damit in Weiterentwicklung sein.

Vielen Dank für die Antworten, liebe Diana! An dieser Stelle kannst Du noch ein paar persönliche Worte an die BesucherInnen dieser Homepage richten. Ich wünsche Dir viel Erfolg und gute Quoten für das neue MDR-Format! Alles Gute für Dich!

Allen Besuchern dieser Homepage möchte ich Liebe, Glück und Gesundheit wünschen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) und mein Lebensmotto verraten: "Genieße jeden Tag, als wäre er Dein Letzter!" Eine Weisheit, die vieles relativiert und den Blick für die kleinen, aber so wichtigen Dinge schärft. Herzlichst, Ihre Diana Schell (www.diana-schell.deInterview: MS, August 2004


Alexander Mazza
(c) MDR

Lieber Alexander, Deine Karriere begann 1992 als Du Model bei Karl Lagerfeld wurdest...

Hm, das möchte ich mal richtigstellen: Ich habe 1992 mein Abi gemacht und wollte eigentlich ein Jahr "Auszeit" nehmen um mir zu überlegen was ich studieren könnte... Meine Schwester meinte das ich doch mal "Modeln" ausprobieren könnte... Und so begann es... 1995 bin ich dann durch ein Casting bei Pro7 gelandet.

Und Du wurdest Programm-Ansager. Immerhin in einer Zeit als die anderen großen Privatsender wie RTL und SAT1 diese Funktion bereits abgeschafft hatten...

Das ist richtig. Pro7 war der letzte Privatsender, der an den Programm-Moderationen festgehalten hat.

Kannst Du dich noch an peinliche/skurrile Szenen bei den Ansagen erinnern?

Es gab sicherlich einige lustige Pannen. Gesendet wurden sie allerdings nicht, da die Ansagen vorab aufgezeichnet wurden.
Als ich von dem Bereich "Ansage" zur Magazin-Moderation wechselte, haben mir die Kollegen ein Band zusammengeschnitten. Mit den "Outtakes". Da waren echt lustige Sachen bei...

Hast Du noch Kontakt zu Deinen ehemaligen Ansage-Kolleginnen von Pro7?

Also keinen richtigen Kontakt.Wenn wir uns mal treffen ist es ein nettes beisammennsein... Arabella hab ich schon ewige Zeiten nicht mehr getroffen seit sie wieder in Österreich ist. Silvia Laubenbacher ist bei Pro7 gut aufgehoben und ich finde sie macht ihre Sache dort wirklich großartig. Ach ja - und neulich habe ich im NDR Andrea Rubio-Sanchez gesehn. In einem Einrichtungsmagazin....

Du warst ein Gesicht der Senderfamilie ProSiebenSat1 und hast dort zahlreiche Formate moderiert. Wie ist dann der Sprung von den Privaten zum öffentlich-rechtlichen MDR?

Ich freue mich, beim MDR zu sein. Es ist eine Herausforderung gewesen und es macht wirklch Spass.

Neben "Brisant" moderierst Du nun auch einen echten ARD-Klassiker: "Herzblatt". Findest Du es schade, das die Sendung nun mit Dir (als 7.Moderator) nur noch im dritten Programm des Bayerischen Rundfunks ausgestrahlt wird? Oder siehst Du darin auch einen Vorteil, zB im geringeren Quotendruck?

Nun, auf die Quoten wird überall geachtet. Egal ob im Dritten oder in der ARD. Diese Sendung hat soviel Charme, soviel Kult - und sie läuft auch mit Erfolg im ORF1.

Gibt es ein Format, das Du gerne mal moderieren würdest?

Ich sehe mich nicht bei "Wetten Dass..." oder so. Aber "Deutschland Champion" hätte ich gerne weitermoderiert. Oder diese Kindersendung mit Christian Clerici, "Kleine ganz groß" - das hat mir gefallen. Besonders die enormen Leistungen der Kids. Wirklich Klasse!

Was sollte unbedingt mal wiederholt werden?

Spiele ohne Grenzen.

Stefan Raab oder Harald Schmidt - wen siehst Du lieber?

Harald Schmidt. Ganz eindeutig. Aber bei SAT1 hat er mir noch bessergefallen. Ich bedaure besonders, das er keine Gäste mehr hat in seiner ARD-Late Show.

Gottschalk oder Jauch?

Die würde ich beide gleichsetzen. Wobei Jauch mit Sicherheit der bessere "Allrounder" ist. Er kann alles: Von Sport über Quiz bis zu Stern TV.

Würdest Du ebenso wie Deine Ansage-Kollegin Andrea Kempter auf "Die Alm" ziehen?

Nein. Definitiv nicht. Auch nicht in den Dschungel oder auf "Die Burg".

Also ist das ein Format wo Du sofort weitezappst?

Ich muss gestehn, bei der ersten Staffel vom Dschungelcamp habe ich schon zugschaut. Man wollte halt wissen "wie die sich so anstellen". Aber schon bei Staffel 2 ist mein Interesse schnell gesunken...

Glaubst Du, TV-Ansagen haben irgendwann nochmal eine Chance im dt Fernsehen?

Ich glaube das man bei einer Umfrage unter den Zuschauern schon feststellen würde, das die Ansagen beliebt waren. Und ich würde mir wünschen, wenn es wieder Program-Moderationen geben würde. Es ist viel persönlicher.

Lieber Alexander, vielen Dank für dieses Gespräch und weiterhin "Viel Erfolg" im MDR!

Danke. Und nochmals Kompliment für die Homepage über uns ehemalige AnsagerInnen. Klasse. Danke!

Das Interview führte Marcel Schenk am 23.07.2005 im MDR Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt. Alexander war zu Gast beim "Tele Bingo".

Alexander Mazza und M.Schenk